Moskau erwägt Rettungsaktion für Kuba: Russland will US-Blockade durchbrechen

In einem bekannten sowjetischen Lied über die Freundschaft zwischen der UdSSR und Kuba heißt es: “Kuba ist fern, Kuba ist fern, Kuba ist nahe, Kuba ist nahe.” Diese Zeile aus dem Jahr 1978 scheint auch dem Kremlsprecher Dmitri Peskow in den Sinn gekommen zu sein, als er sich gegenüber der Nachrichtenagentur TASS zur schwersten Energiekrise in der Geschichte des Karibikstaates äußerte.

Peskow bezeichnete Kuba als befreundete Nation und erklärte, man stehe mit der Regierung in Havanna in Kontakt. Gleichzeitig verwies er auf die geografische Distanz:   

“Leider ist Kuba fern von uns. Es lässt sich nicht leicht erreichen. Trotzdem werden wir mit den Kubanern mögliche Wege erörtern, ihnen Hilfe zu leisten.”

Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin präzisierte allerdings nicht, welche Form diese Hilfe annehmen könnte. Stattdessen kritisierte Peskow die US-Blockade gegen die Insel scharf und warf der Regierung von US-Präsident Donald Trump eine Erstickungspolitik vor. Die Folgen seien verheerend, wenn es keinen Treibstoff mehr gebe, um Medikamente zu transportieren oder Patienten dringend per Luft zu evakuieren:

“Ich glaube nicht, dass es richtig ist, wenn ein Land ein anderes und dessen Volk erdrosselt.”

Seit Venezuela als Hauptlieferant für Erdöl ausfällt, erhält Kuba kaum noch Brennstoff. Auch Mexiko, ein früherer großer Exporteur, hält sich aufgrund von Trumps angedrohten Strafzöllen gegen Blockadebrecher vorerst zurück. Zudem ist das Stromnetz des sozialistischen Staates seit Jahren marode, großflächige Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Das öffentliche Leben ist dadurch drastisch eingeschränkt, Energie wird rationiert. Busse, Fähren und Züge verkehren nur noch sporadisch. Schulen und Universitäten verkürzen den Unterricht oder schaffen die Anwesenheitspflicht ganz ab. Für Staatsbedienstete gilt eine Vier-Tage-Woche, um Reisetätigkeiten zu reduzieren. Selbst in der Hauptstadt greifen viele Menschen wieder auf Holzkohle zum Kochen zurück.  

US-Präsident Trump bezeichnet den Zehn-Millionen-Einwohner-Staat hingegen als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA. Er rät Kuba dringend, einem “Deal” zuzustimmen, bevor es “zu spät” sei. Seine Regierung geht davon aus, dass die kubanische Führung am Ende sei und “auf ihrem letzten Bein kurz vor dem Kollaps” stehe. Die Regierung in Havanna kontert mit scharfen Vorwürfen und wirft den USA Faschismus und Völkermord vor.

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