USA bereitet wochenlangen Luftkrieg gegen Iran vor – Eskalation droht!

Von Rainer Rupp

Neue Berichte aus dem US-Verteidigungsministerium lassen aufhorchen: Offenbar laufen die Vorbereitungen für einen möglichen, über Wochen andauernden Luftkrieg gegen Iran auf Hochtouren. US-Medien sprechen von Planungen für einen besonders intensiven Bombenkrieg, der mit vereinzelten Kommandoaktionen kombiniert werden soll. Diese Vorbereitungen gehen demnach über kurzfristige Notfallpläne hinaus und zielen bewusst auf langanhaltende Militäroperationen ab. Zwar sei die politische Entscheidung für einen solchen Schritt noch nicht gefallen, doch die ausgearbeiteten Szenarien deuten darauf hin, dass das Pentagon mit einem komplexen und ausgedehnten Konflikt rechnet.

Diese Entwicklung vollzieht sich in einer Region, die bereits von wachsenden Spannungen geprägt ist. Die Sicherheitslage im Persischen Golf und im weiteren Nahen Osten hat sich verschärft, nicht zuletzt durch die Aktivitäten irannaher Milizen wie der Hisbollah im Libanon.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Washington mit einer massiven militärischen Drohkulisse gegen Iran operiert. Bereits 2007 und erneut in der Krise 2011/12 unter Präsident Barack Obama wurden kampfstarke Flugzeugträgerverbände in Reichweite der iranischen Küste zusammengezogen. Doch selbst zu einer Zeit, als Irans Verteidigungsfähigkeiten deutlich schwächer waren als heute, gab es innerhalb des US-Militärs erheblichen Widerstand gegen einen Krieg. Die Stabschefs warnten vor hohen Verlusten für die US-Streitkräfte und die amerikanische Wirtschaft.

Die neue Angriffsplanung: Ein langwieriger Konflikt

Der Kern der aktuellen Planungen liegt in einer entscheidenden Annahme: Ein Konflikt mit Iran wäre nicht mit einigen schnellen Schlägen beendet, sondern könnte sich über Wochen hinziehen. Daher sehen die Szenarien anhaltende Luft- und Seeoperationen vor. Primäres Ziel wäre es, die iranische Raketeninfrastruktur zu zerstören und durch die Ausschaltung von Führungs- und Kommunikationszentren die Verteidigung des Landes lahmzulegen.

Das Pentagon rechnet dabei mit asymmetrischen Vergeltungsschlägen Teherans. Zu den einkalkulierten Risiken zählen Raketenangriffe, Cyberattacken, Operationen durch Stellvertretermilizen und Störungen des Schiffsverkehrs – bis hin zu einer möglichen Blockade der strategisch vitalen Straße von Hormus.

Die jüngsten Truppenverstärkungen in der Region passen in dieses Bild. Neben zwei Flugzeugträgerkampfgruppen mit ihren Begleitschiffen wurden Langstreckenbomber verlegt und Luftwaffenstützpunkte mit tarnkappenfähigen F-35-Kampfjets aufgerüstet. Die US-Luftwaffe soll in den Planspielen eine zentrale Rolle als Drehscheibe für Aufklärung, Überwachung und Präzisionsangriffe einnehmen. Parallel wird die Raketenabwehr zum Schutz der US-Truppen und ihrer Verbündeten weiter ausgebaut.

Ziele und die Folgen eines längeren Krieges

Medienberichten zufolge folgen die Pläne einem abgestuften Schema der Eskalation. Zunächst sollen Luftabwehr- und Raketenstellungen ausgeschaltet werden, um die Lufthoheit zu erringen. Anschließend stünden Kommandozentralen, Logistikeinrichtungen und Infrastruktur der Revolutionsgarden im Fokus. US-Medien betonen dabei oft die – mittlerweile standardisierte – Behauptung, ein “Regimewechsel” in Teheran stehe “nicht explizit im Mittelpunkt”. Vielmehr gehe es um eine nachhaltige Schwächung der militärischen Handlungsfähigkeit Irans.

Ein wochenlanger Konflikt hätte jedoch weitreichende Konsequenzen. Die globalen Energiemärkte und Handelsrouten, insbesondere durch die Straße von Hormus, wären massiv betroffen. Zudem bestünde ein hohes Risiko der regionalen Ausweitung durch irannahe Milizen in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens.

Längere Kampfhandlungen würden enorme logistische und politische Herausforderungen bedeuten und hohe Anforderungen an Personal, Material und die innenpolitische Unterstützung stellen. Für Präsident Trump, der im Wahlkampf ein Ende der “endlosen Kriege” versprach, könnte ein neuer, langwieriger Konflikt zum Problem mit seiner eigenen MAGA-Basis werden. Erste offene Kritik prominenter MAGA-Unterstützer ist bereits vernehmbar.

Historische Parallelen: Nicht die erste Drohkulisse

Wie eingangs erwähnt, ist die aktuelle militärische Aufstellung nicht die erste ihrer Art, fällt im historischen Vergleich aber deutlich schwächer aus.

2007: Die massive Aufstellung unter Bush

Im Februar 2007 entsandte Präsident George W. Bush zwei Flugzeugträgerkampfgruppen, die USS Eisenhower und die USS Stennis, in den Persischen Golf. Zusätzlich waren Angriffsgruppen mit Tausenden Marineinfanteristen und Landungsfahrzeugen unterwegs. Insgesamt zog Washington damals etwa 50 Kriegsschiffe in der Region zusammen, unterstützt von britischen Minensuchbooten. Hunderte US-Kampfflugzeuge standen auf Flugzeugträgern und großen Stützpunkten in Katar, Bahrain, Irak, Diego Garcia, Afghanistan und sogar in der Türkei bereit – trotz türkischer Vorbehalte.

2012: Die Dreifach-Bedrohung unter Obama

Anfang 2012, auf dem Höhepunkt von Spannungen um das iranische Atomprogramm, baute die Obama-Administration eine noch größere Drohkulisse auf. Drei Flugzeugträgerkampfgruppen – die USS Abraham Lincoln, die USS Carl Vinson und die USS John C. Stennis – wurden im nördlichen Arabischen Meer positioniert. Dies geschah vor dem Hintergrund iranischer Drohungen, im Konfliktfall die Straße von Hormus zu blockieren.

2026: Eine schwächere Position bei einem stärkeren Gegner

Im Gegensatz zu diesen historischen Beispielen ist die derzeitige (Januar 2026) US-Präsenz weniger beeindruckend. Bisher ist nur die Kampfgruppe der USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer eingetroffen. Gleichzeitig wurden viele regionale US-Basen von Personal und Flugzeugen geräumt, da sie als verwundbar gegenüber iranischen Raketen gelten. Die US-Streitkräfte stehen also heute schwächer da als 2007 oder 2012. Iran hingegen ist durch eigene Entwicklungen und Kooperationen mit Ländern wie Russland und China militärisch deutlich stärker geworden und in der Lage, der US-Flotte empfindliche Verluste zuzufügen.

Es bleibt abzuwarten, ob Trump und sein Team der Vernunft früherer Administrationen folgen und sich zurückziehen – oder ob sie sich zu einem riskanten Abenteuer drängen lassen. Sollte sich Washington für einen echten Krieg mit Iran entscheiden, könnte dies eine Krise auslösen, die nicht nur Trumps Präsidentschaft beenden, sondern auch die strategischen Ambitionen der USA im Nahen Osten auf unabsehbare Zeit zunichtemachen würde.

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