Die Eskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hat zu einer ausgeprägten Risikoaversion an den globalen Finanzmärkten geführt. Zu Wochenbeginn gerieten insbesondere die asiatisch-pazifischen Börsen in einen deutlichen Abwärtssog, der mehrere Leitindizes einbrechen ließ. Die zunehmenden Konflikte verstärkten den Verkaufsdruck und lösten erhebliche Verunsicherung unter Investoren weltweit aus.
In Japan startete der Nikkei 225 mit einem Verlust von mehr als 5 Prozent in den Handel. Im Laufe des Tages konnte er sich zwar teilweise erholen und schloss mit einem Minus von 3,48 Prozent bei 51.514,78 Punkten. Seit Anfang März 2026 hat der japanische Leitindex jedoch bereits über 13 Prozent an Wert eingebüßt, was auch die anhaltende Schwäche des Yen gegenüber dem robusten US-Dollar widerspiegelt.
Der südkoreanische Markt wurde von einer ähnlich heftigen Verkaufswelle erfasst. Der KOSPI-Index fiel zu Handelsbeginn um 4,5 Prozent und weitete seinen Rückgang bis zur Mittagspause auf 5,18 Prozent auf 5.481,61 Punkte aus. Die massiven Kursverluste zwangen die Aufsichtsbehörden zum Eingreifen: Nach einem Einbruch der KOSPI-200-Futures um mehr als 5 Prozent wurden Handelsunterbrechungen aktiviert, um den Markt zu stabilisieren.
Die Negativdynamik griff auf weitere Märkte der Region über. Der australische S&P/ASX 200 verlor 2,4 Prozent, während der Hang Seng Index in Hongkong um 3,5 Prozent auf 24.332 Punkte nachgab.
Sogar die traditionellen Safe-Haven-Assets Gold und Silber konnten sich der allgemeinen Risikostimmung zunächst nicht entziehen. Zu Handelsbeginn fielen beide Edelmetalle um bis zu 4 Prozent, bevor sie sich am frühen Nachmittag Mitteleuropäischer Zeit etwas stabilisierten. Aktuell notiert Silber mit einem Minus von einem Prozent bei 59 Euro pro Unze, während Gold um zwei Prozent auf 3.810 Euro je Unze fiel.
Auch der deutsche Leitindex, der DAX, startete den Montag deutlich im Minus. Zur Eröffnung stand ein Abschlag von 1,94 Prozent auf 21.946,95 Punkte an der Kurstafel. Eine überraschende Meldung aus den USA sorgte dann jedoch für eine spektakuläre Trendwende: Nach Aussagen von Donald Trump, die Angriffe auf iranische Energieanlagen für fünf Tage aussetzen zu wollen, erhielt der Markt kräftigen Rückenwind. Der DAX drehte ins Plus und übersprang zeitweise die psychologisch wichtige Marke von 23.000 Punkten, was einem Plus von über 3 Prozent entsprach. Obwohl der Index aktuell wieder unter dieser Schwelle notiert, verbleibt er klar im positiven Bereich.
Mehr zum Thema – China will seine Position am Goldmarkt weiter stärken: Folgt weitere Schwächung des Dollars?