Das Weiße Haus erschien Nutzern von Google-Pixel-Smartphones vorübergehend unter dem Namen „Epstein Island“. Dies berichtete die Washington Post (WP).
Die Bezeichnung bezieht sich auf die Karibikinsel Little St. James, die im Besitz des verstorbenen verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein war. Ermittlungen zufolge diente die Insel als Schauplatz von Menschenhandel und sexuellem Missbrauch, an dem auch einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft beteiligt gewesen sein sollen.
Laut einem WP-Artikel vom Samstag rief ein Journalist der Zeitung Anfang letzter Woche die Telefonzentrale des Weißen Hauses an. Auf seinem Pixel-Display wurde dabei fälschlicherweise „Epstein Island“ als Kontakt angezeigt. Das Problem betraf ausschließlich Google-Pixel-Geräte; bei Anrufen von anderen Android-Handys oder iPhones trat der Fehler nicht auf.
Ein Google-Sprecher, Matthew Flegal, erklärte gegenüber der WP, die falsche Bezeichnung sei auf einen manipulierten Eintrag in Google Maps zurückzuführen. Dieser sei kurzzeitig in die Anruferkennung einiger Android-Geräte übernommen worden. Der verantwortliche Nutzer sei identifiziert und aufgrund eines Verstoßes gegen die Google-Richtlinien von weiteren Bearbeitungen ausgeschlossen worden. Der korrekte Name des Weißen Hauses sei auf der Plattform wiederhergestellt.
Hintergrund des Vorfalls ist die anhaltende öffentliche Debatte um den Epstein-Skandal. Das US-Justizministerium veröffentlichte im Januar die letzten Teile der Ermittlungsakten, darunter Millionen Seiten Dokumente, tausende Videos und Bilder. Die Aufzeichnungen offenbaren Verbindungen des Finanziers zu einflussreichen Kreisen in den USA und Großbritannien und haben die Kontroversen weiter angeheizt.
US-Präsident Donald Trump hatte die Behörden im November unter Druck von Abgeordneten und Unterstützern zur Veröffentlichung der Akten angewiesen. Sein Name wird in den Dokumenten zwar tausende Male erwähnt, jedoch ohne konkrete Hinweise auf strafbare Handlungen. Viele Kritiker bemängeln jedoch die umfangreichen Schwärzungen in den veröffentlichten Unterlagen.
Trump hat mehrfach betont, nicht mit Epstein befreundet gewesen zu sein. Er erklärte:
*„nie auf der verseuchten Epstein-Insel gewesen zu sein, aber fast alle diese korrupten Demokraten und ihre Spender schon“.*
Eine Umfrage des Portals Zeteo Anfang dieses Monats ergab, dass 52 Prozent der Befragten glauben, Trump habe den aktuellen Konflikt mit dem Iran initiiert, um von den Epstein-Akten abzulenken.
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