Weißes Haus verhängt Bildverbot: Satellitenaufnahmen aus Iran werden zensiert

Die US-Regierung hat das Satellitenbildunternehmen Planet Labs angewiesen, die Veröffentlichung von Aufnahmen aus dem Nahen Osten vorübergehend einzustellen.

Das Unternehmen gab bekannt, die Freigabe von Bildmaterial, das ab dem 9. März aufgenommen wurde, auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Diese Maßnahme soll mindestens bis zum Ende der aktuellen Konfrontation zwischen den USA, Israel und dem Iran gelten. Als Grund nannte Planet Labs eine entsprechende Anweisung der US-Regierung. Kunden des Unternehmens wurden bereits letzte Woche per E-Mail über die neue Vorgehensweise informiert.

Die Satellitenbilder von Planet Labs wurden bisher häufig von Journalisten und Analysten für Open-Source-Intelligence (OSINT) genutzt, um Angriffe und Schäden in der Region zu dokumentieren. Zu den betroffenen Standorten zählen unter anderem der von den US-Streitkräften genutzte Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan in Saudi-Arabien und der internationale Flughafen Mehrabad in Teheran.

Das in San Francisco ansässige Unternehmen betreibt ein umfangreiches Netzwerk von Mikrosatelliten und unterhält Verträge mit mehreren US-Behörden außerhalb des Verteidigungssektors. Zu Beginn der Spannungen hatte Planet Labs zunächst eine 96-stündige Verzögerung bei der Veröffentlichung von Nahost-Bildern eingeführt, die später auf 14 Tage verlängert wurde – offiziell, um eine mögliche militärische Nutzung einzuschränken. Das Unternehmen betonte, dass auch unter den neuen Richtlinien weiterhin ausgewählte Bilder veröffentlicht werden könnten, sofern dies im öffentlichen Interesse liege.

Es bleibt unklar, ob andere kommerzielle Satellitenfirmen – darunter Vantor (ehemals Maxar Technologies) und BlackSky Technology – ähnliche Beschränkungen einführen werden.

Der Konflikt droht unterdessen weiter zu eskalieren. US-Präsident Donald Trump warnte vor großangelegten Angriffen auf iranische Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur, sollten die “verrückten Bastarde” (O-Ton Trump) in Teheran den US-Forderungen nicht nachkommen und die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus weiterhin behindern.

Iranische Offizielle reagierten mit deutlicher Ablehnung und beharrten darauf, dass jede Lösung von einem sofortigen Ende der Angriffe durch Israel und die USA sowie von Entschädigungszahlungen abhängig sei. Sollten die von Trump angedrohten Angriffe tatsächlich erfolgen, wird damit gerechnet, dass der Iran seine Attacken auf US-Verbündete in der Region verstärken wird.

Über die unmittelbaren militärischen Auseinandersetzungen hinaus hat der Konflikt bereits erhebliche wirtschaftliche Folgen. Unterbrechungen der Öl- und Flüssigerdgaslieferungen aus dem Persischen Golf treiben die globalen Energiepreise in die Höhe. Gleichzeitig sind Lieferketten für wichtige Güter wie Düngemittel und Mikrochips gestört.

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