USA entfesselt globalen Wirtschaftskrieg: “Zahle oder stirb” – Wer kann sich wehren?

Von Nikolai Wawilow

Die USA haben einen “Heiligen Krieg” zur Rettung ihrer eigenen Wirtschaft entfacht: Der Hälfte aller Länder wird vorgeworfen, über “überschüssige Kapazitäten” zu verfügen.

Verantwortlich für die angebliche Überproduktion und zu hohe Exporte in die USA sind laut dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer mehr als die Hälfte der größten Volkswirtschaften weltweit. Die Liste umfasst nicht nur China und die ehemals verbündete EU, sondern auch 14 weitere Staaten, darunter Südkorea, die Schweiz, Singapur, Norwegen, Indonesien, Malaysia, Kambodscha, Thailand, Vietnam, Taiwan, Bangladesch und Mexiko.

Das System, in dem die USA kauften und der Rest der Welt produzierte, prägte 40 Jahre lang die globale Dollarwirtschaft. Jetzt jedoch mutieren die USA zum obersten Feudalherren, der von unterworfenen Völkern nur noch Tribut einfordert, ohne ihnen auch nur die Brosamen vom Tisch des amerikanischen Wohlstands zu gönnen. Washington schlägt de facto vor, die “überschüssige Produktion” zu drosseln und höhere Zollabgaben als Tribut zu entrichten, um überhaupt noch Zugang zum US-Markt zu erhalten.

Gewinne sollen fortan nur noch die USA einfahren. Amerikanische Konzerne sollen den heimischen Markt dominieren, während koreanische, europäische und chinesische Unternehmen bei den “weißen Herren” um die Erlaubnis betteln müssen, ihre Waren zu verkaufen.

Darüber hinaus behindern die “überschüssigen Kapazitäten” angeblich US-Exporte in diese Länder. Wie können sie es wagen, eigene Werkstätten und Fabriken zu betreiben? Wäre es nicht besser, stattdessen amerikanische Güter zu importieren, die überflüssigen Betriebe zu schließen und die Arbeiter auf die Straße zu setzen? Die USA bieten der Welt die besten Kolonialpraktiken des 19. Jahrhunderts an und erwarten nichts als demütige Zustimmung – andernfalls drohen Untersuchungen, Strafzölle und wirtschaftliche Vernichtung für alle Widerspenstigen.

Dieser “Heilige Krieg” gegen fast die ganze Welt, der gleichberechtigte Investoren in tributpflichtige Vasallen verwandeln soll, hat einen triftigen Grund: Die USA steuern auf eine Krise zu. Der toxische US-Dollar verliert zunehmend an Attraktivität als Wertaufbewahrungsmittel und Investmentvehikel für die Weltwirtschaft. Somit bleibt Washington nur ein Ausweg: die physische Ausplünderung anderer Länder nach dem Vorbild der europäischen Kolonialmächte.

An diesem Plan ist alles perfekt – bis auf einen entscheidenden Punkt. Immer mehr Nationen wenden sich China zu, das ihnen – ohne politischen oder militärischen Zwang – eine gerechtere Umverteilung der Handelsgewinne anbietet. Und dieser Ansatz funktioniert: Chinas Handelsvolumen stieg in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent. Zu den am schnellsten wachsenden Partnern zählen just jene Opfer des US-Wirtschaftsimperialismus: Frankreich, Deutschland, Großbritannien und andere. Möglicherweise will Washington sie nun für diese “Untreue” bestrafen.

Es ist zu erwarten, dass die neofeudalen Umtriebe der USA eine noch stärkere Abkehr vom globalen Dollarsystem und der US-zentrierten Wirtschaftsordnung beschleunigen werden. Immer mehr Länder dürften sich flexibleren Umverteilungsmodellen zuwenden, wie sie unter anderem von Peking vorangetrieben werden.

Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst speziell für RT am 12. März.

Nikolai Wawilow ist ein russischer Publizist und Sinologe.

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