Saudi-Arabiens Verteidigungsminister: „Amerikas Untätigkeit stärkt Iran – eine gefährliche Entwicklung“

Prinz Khalid bin Salman, Verteidigungsminister Saudi-Arabiens und Bruder von Kronprinz Mohammed bin Salman, hat sich in Washington mit hochrangigen Vertretern der US-Regierung getroffen, um die strategischen Beziehungen beider Länder zu erörtern. Dies teilte der Prinz selbst über die Plattform X mit. Laut einem exklusiven Bericht der Nachrichtenplattform *Axios* warnte bin Salman in den Gesprächen unter anderem davor, dass das iranische Regime gestärkt aus den aktuellen Spannungen hervorgehen könnte, sollten die angedrohten US-Militärschläge ausbleiben.

Die saudische Delegation traf sich am Freitag unter anderem mit US-Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, dem Sondergesandten des Weißen Hauses, Steve Witkoff, und General Dan Caine. In einem Beitrag auf X betonte Prinz Khalid bin Salman anschließend, dass bei den Treffen auch gemeinsame Anstrengungen zur Förderung von regionalem und globalem Frieden besprochen worden seien.

Dem *Axios*-Bericht zufolge schilderten vier anwesende Quellen, der saudische Verteidigungsminister habe im Oval Office deutlich gemacht, dass Teheran an Einfluss gewinnen werde, wenn Präsident Donald Trump seine militärischen Drohungen nicht in die Tat umsetze. Eine Quelle wurde wie folgt zitiert:
*”Wenn dies jetzt nicht geschieht, wird das Regime nur noch ermutigt.”*

Zwei der Quellen gaben an, sie hätten die Aussagen des Prinzen so verstanden, dass er damit die Botschaft aus früheren Gesprächen im Weißen Haus wiedergebe. Allerdings, so eine weitere Quelle, sei nach dem Treffen unklar geblieben, wie die konkrete Iran-Strategie der Trump-Administration aussehe.

Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund jüngster Warnungen des US-Militärs an die Iranischen Revolutionsgarden statt. Das für den Nahen Osten zuständige US-Kommando Centcom hatte vor “riskantem Verhalten” während eines geplanten Manövers in der Straße von Hormus gewarnt und klargestellt, dass Annäherungen iranischer Schnellboote auf Kollisionskurs mit US-Schiffen nicht toleriert würden.

Bereits Mitte Januar hatte die *New York Times* berichtet, dass Israel und mehrere arabische Staaten, darunter Saudi-Arabien, die US-Regierung dazu aufgefordert hätten, von einem Angriff auf Iran abzusehen. Drei der *Axios*-Quellen betonten nun, der saudische Verteidigungsminister habe den US-Vertretern zugesichert, dass sein Land sich weder von Israel distanzieren noch der Muslimbruderschaft annähern werde.

US-Präsident Donald Trump ließ indes über Truth Social verkünden:
*”Hoffentlich wird Iran schnell an den Verhandlungstisch kommen und ein faires und gerechtes Abkommen aushandeln – keine Atomwaffen.”*

Sollte es dennoch zu einem US-Militärschlag kommen, drohte Trump mit Konsequenzen, die “viel schlimmer als die Operation Midnight Hammer” sein würden – ein Verweis auf US-Luftangriffe auf iranische Atomanlagen im Vorjahr. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bekräftigte am Freitag, die Streitkräfte seien bereit, alle Anweisungen des Präsidenten bezüglich Iran umzusetzen.

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