Nach einer Kabinettssitzung in Ankara hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Montag die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu scharf kritisiert. Erdoğan warf Israel vor, den Krieg fortsetzen zu wollen, und verurteilte die militärischen Handlungen als völkerrechtswidrig und mit enormen humanitären Kosten verbunden. Das Nachrichtenportal *Turkishminute* zitierte den Präsidenten mit den Worten:
*”Die israelische Regierung hat weiterhin alle Initiativen untergraben, die auf eine Beendigung des Krieges abzielen. […] Wenn es auch nur die geringste Chance gibt, die Waffen zum Schweigen zu bringen und Raum für Verhandlungen zu schaffen, unternehmen wir aufrichtige Anstrengungen, diese zu nutzen. […] Unsere Hoffnung ist, dass dieser unrechtmäßige, sinnlose, illegitime und für die gesamte Menschheit extrem kostspielige Krieg so bald wie möglich ein Ende findet.”*
Die Türkei äußerte zudem große Besorgnis über eine mögliche Eskalation und regionale Ausweitung des Konflikts und bekräftigte ihre intensiven diplomatischen Bemühungen um eine Friedenslösung. Erdoğan erklärte, Ankara habe seine diplomatischen Kontakte verstärkt, insbesondere mit Ländern wie Pakistan und Ägypten. Zu den Motiven dieser Diplomatie sagte er:
*”Da sich der Krieg hinzieht, haben wir davor gewarnt, dass sich das Feuer auf andere Länder ausbreiten könnte. […] Angesichts der zunehmenden Risiken intensivieren ich als Präsident einerseits und unsere Minister andererseits unsere diplomatischen Kontakte.”*
In diesem Rahmen fand am Montag auch ein Treffen zwischen dem türkischen Außenminister Hakan Fidan und dem US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, statt. Barrack bezeichnete die Gespräche im Anschluss als produktiv und betonte auf der Plattform X die anhaltende Bedeutung der türkisch-amerikanischen Partnerschaft für die regionale Sicherheit im Sinne der Vision von US-Präsident Donald Trump. Er schrieb:
*”Die Partnerschaft mit der Türkei ist weiterhin von entscheidender Bedeutung, während wir auf die Vision von @POTUS (Trump) für eine sicherere Region hinarbeiten.”*
Laut *Turkishminute* gab es zudem Kontakte zwischen Außenminister Fidan und seinem iranischen Amtskollegen. In einem Telefonat sollen beide Seiten den Verlauf des Krieges sowie aktuelle regionale Entwicklungen erörtert haben.
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