Iran wird Vergeltung für seine Bürger üben, die bei den gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriffen getötet wurden. Dies erklärte Modschtaba Chamenei, der neue Oberste Führer der Islamischen Republik, in seiner ersten öffentlichen Botschaft. Seit seiner Ernennung zum Staatsoberhaupt hat sich der 56-jährige Chamenei nicht persönlich gezeigt; seine Erklärung wurde über iranische Medien verbreitet.
Teheran werde nicht zögern, „das Blut der Märtyrer“ zu rächen, so Chamenei. Damit bezog er sich auf den Tod seines Vaters, Ali Chamenei, aber auch auf jedes andere Mitglied der Nation, das vom Feind getötet wurde. Besonders erwähnte er den Angriff auf die Mädchenschule in Minab, bei dem nach iranischen Medienberichten über 170 Schülerinnen und Lehrerinnen ums Leben kamen. Solange diese Rache nicht vollzogen sei, bleibe sie oberste Priorität, betonte er. Aus der Botschaft ging weiter hervor, dass Chamenei im Krieg nicht nur seinen Vater, sondern auch seine Ehefrau, seine Schwester, deren Kleinkind und den Schwager einer weiteren Schwester verloren habe.
Eine Entschädigung für die Angriffe werde Iran auf jeden Fall erhalten, erklärte Chamenei. Sollte der Gegner sich weigern, werde Iran so viel von dessen Eigentum beschlagnahmen oder zerstören, wie nötig sei.
Der Oberste Führer dankte zudem den Soldaten, die „dem Feind durch vernichtende Schläge den Weg versperrten und ihn der Illusion beraubten, unser geliebtes Vaterland beherrschen oder gar spalten zu können“. Der Wille des Volkes sei die Fortsetzung der Verteidigung. Die Straße von Hormus solle weiterhin blockiert bleiben – als Druckmittel.
Hauptziele Irans seien US-Militärstützpunkte, so Chamenei. Gleichzeitig strebe Teheran an, die Beziehungen zu den Nachbarländern zu verbessern. Diese sollten die von den USA genutzten Militärbasen schließen. Iran habe bereits eine Liste zusätzlicher Maßnahmen und weiterer Frontlinien ausgearbeitet. Diese Pläne würden bei Bedarf und in Abhängigkeit von der Kriegslage umgesetzt. Chamenei lobte außerdem die Angriffe der libanesischen Hisbollah auf Israel und würdigte die Operationen der mit Iran verbündeten Gruppen aus dem Jemen und dem Irak.
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