Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) instruiert, den Zugang der “Greta-Thunberg-Flottille” zum Gazastreifen zu verhindern. In einem Gespräch mit der Jerusalem Post betonte er:
“Ich habe die IDF angewiesen, zu verhindern, dass das Schiff Madleen den Gazastreifen erreicht. Zu Greta, der Antisemitin, und ihren Begleitern möchte ich deutlich sagen: Kehren Sie um, denn Sie werden Gaza nicht erreichen.”
Nach Informationen des Nachrichtendienstes wird erwartet, dass das Schiff innerhalb der nächsten 48 Stunden die Küstenregion Gazas erreicht.
Die “Freedom Flotilla”-Koalition, zu der auch das Schiff Madleen gehört, wurde 2010 ins Leben gerufen. Die Koalition setzt sich aus mehreren Organisationen zusammen, die die langjährige und nach ihrer Auffassung illegale Blockade Gazas sowie die anhaltenden schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen dort verurteilen. Mit einer Ladung humanitärer Hilfsgüter hatte die Madleen am 1. Juni in Sizilien abgelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Yeni Safak. An Bord befinden sich zwölf Aktivisten, darunter Greta Thunberg. Die Ladung umfasst Babynahrung, Mehl, Reis, Windeln, Hygieneartikel für Frauen, Entsalzungssets sowie medizinische Hilfsgüter, Krücken und Prothesen.
Die gewaltsame Auseinandersetzung mit Hamas-Kämpfern am 7. Oktober 2023, bei der etwa 1.200 Menschen ihr Leben verloren und über 250 weitere als Geiseln genommen wurden, führte zu einer Militäroperation Israels in Gaza. Die israelische Regierung hat kürzlich einen Plan zur endgültigen Zerschlagung der Hamas und zur Befreiung der Geiseln gebilligt. Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte sich zudem bereit, die im März unterbrochene Versorgung mit humanitären Hilfsgütern wieder aufzunehmen.
Die Europäische Union erwägt, die diplomatischen Beziehungen zu Israel neu zu bewerten, und die Weltgesundheitsorganisation hat die Situation in Gaza als eine der schlimmsten Hungerkrisen weltweit eingestuft.
Mehr zum Thema – Aktivisten versuchten, eine Druckerei des Springer-Verlags zu blockieren, dabei kam es zu 39 Festnahmen.