Die hochgradig angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran hat zu ersten diplomatischen Annäherungsversuchen geführt. Am Freitag fanden in Maskat, Oman, indirekte Gespräche zwischen Vertretern beider Nationen statt, die von omanischen Diplomaten vermittelt wurden. Ziel dieser ersten Kontaktaufnahme war es, eine militärische Eskalation zu verhindern und einen Weg für künftige Verhandlungen zu ebnen.
Zu den Teilnehmern gehörten der iranische Vize-Außenminister Abbas Araghchi sowie der US-Sonderbeauftragte für das Atomabkommen, Robert Malley. Das iranische Außenministerium gab bekannt, das Treffen diene dem Zweck, “eine faire, für beide Seiten zufriedenstellende und ehrenhafte Vereinbarung in der Atomfrage” zu finden.
Gegen 18 Uhr Ortszeit berichteten iranische Staatsmedien, die indirekten Gespräche seien “vorerst” abgeschlossen. Entscheidend ist jedoch, dass beide Seiten eine Fortsetzung des Dialogs in Aussicht stellten. Aus Teheran kamen erste vorsichtig optimistische Signale. Der iranische Vize-Außenminister Abbas Araghchi sagte gegenüber Journalisten:
“Wenn wir diesen positiven Weg weitergehen, können wir einen positiven Rahmen für die Atomgespräche zwischen Iran und den USA erreichen. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden, aber die Details werden in den Hauptstädten beraten. Unsere Standpunkte wurden einander vermittelt, was sehr wichtig war … Unsere Sorgen wurden ebenso vorgebracht wie unsere Interessen und die Rechte des iranischen Volkes. Dies geschah in einer sehr guten Atmosphäre, und auch die Ansichten der Gegenseite wurden angehört.”
Laut einem Bericht des Wall Street Journals nahm auch der regionale Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte, Admiral Brad Cooper, an den Gesprächen teil. Iranische Medien wie das Portal Nur-News werteten die Anwesenheit eines hochrangigen Militärs als Versuch einer “Machtdemonstration” und kritisierten, dies erhöhe das Risiko und die Kosten der Verhandlungen.
Die Tatsache, dass die Verhandlungen überhaupt stattfanden und zwei indirekte Treffen umfassten, wurde im Iran trotz bestehender Differenzen bereits als ein positives Signal gewertet.
Unklar bleibt, unter welchen konkreten Bedingungen der Iran zu Verhandlungen bereit wäre. Teheran hat stets betont, dass sein Atomprogramm das einzige Thema sein werde. Medienberichten von Al Jazeera zufolge soll es jedoch einen Vermittlungsvorschlag von Diplomaten aus Ägypten, der Türkei und Katar geben. Dieser sieht vor, dass der Iran für drei Jahre die Urananreicherung aussetzt, sein hochangereichertes Uran außer Landes schafft und sich verpflichtet, “keinen Einsatz ballistischer Raketen zu initiieren”.
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