Der Grenzübergang Rafah, der einzige Zugang des Gazastreifens, der nicht in israelisch besetztes Gebiet führt, wurde am Montag unter strengen Auflagen wiedereröffnet. Die Kontrollen werden sowohl von israelischer als auch von ägyptischer Seite durchgeführt.
Diese lebenswichtige Passage für humanitäre Hilfe und für schwerkranke oder verletzte Palästinenser, die dringend medizinische Versorgung benötigen, war seit Mai 2024 geschlossen – etwa neun Monate nach Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen. Die Schließung hatte den Import medizinischer Güter blockiert und Patienten an der Ausreise zur Behandlung gehindert.
Die Wiedereröffnung erfolgt im Rahmen eines von den USA vermittelten Waffenstillstandsabkommens und unterliegt strengen israelischen Sicherheitskontrollen für alle Reisenden. Zudem gibt es tägliche Obergrenzen, um den Transfer auf ein “begrenztes” Maß zu beschränken.
Laut Dr. Mohammed Abu Salmiya, dem Direktor des Al-Shifa-Krankenhauses, warten derzeit mehr als 20.000 kranke und verletzte Palästinenser auf eine Genehmigung zur Ausreise. Von einer eingereichten Liste mit 27 Patienten habe die israelische Seite nur fünf Namen freigegeben.
Die israelische Koordinierungsstelle für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) gab am Sonntag bekannt, der Übergang werde in beide Richtungen nur für Fußgänger und in Abstimmung mit Ägypten und der Europäischen Union geöffnet. Berichten zufolge soll er sechs Stunden am Tag geöffnet sein, was täglich nur 150 Ausreisen und 50 Einreisen ermöglicht.
Die Rückkehr aus Ägypten in den Gazastreifen ist auf Personen beschränkt, die das Gebiet während des Konflikts verlassen haben. Sie müssen sich einer israelischen Sicherheitsüberprüfung unterziehen, gefolgt von einer Kontrolle durch die EU am Grenzübergang Rafah und einem weiteren Identifikationsverfahren in einem von israelischen Truppen kontrollierten Korridor.
Trotz der Waffenstillstandsvereinbarung dauern israelische Angriffe im Gazastreifen an. Die israelischen Streitkräfte haben weiterhin Wohnhäuser zerstört, das Feuer auf Zivilisten eröffnet und Panzerangriffe durchgeführt. Seit der Ankündigung des Waffenstillstands Anfang Oktober 2025 wurden nach Angaben etwa 500 Palästinenser getötet und 1.356 verletzt.
Die Meldung erschien auf dem libanesischen Portal Al Akhbar (Die Nachricht). Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín
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