Höchstgeheime Krisensitzung im Pentagon: Israels Militärspitze berät mit US-Verteidigungsministerium über Nahost-Eskalation

Ein hochrangiges israelisches Militärteam unter Führung von IDF-Stabschef Generalleutnant Eyal Zamir hat Washington einem Bericht der Jerusalem Post zufolge am Wochenende einen “geheimen Besuch” abgestattet. Der Zeitpunkt fällt in eine Phase wachsender Spannungen, die durch die scharfe Rhetorik zwischen Washington und Teheran sowie einen massiven Ausbau der US-Militärpräsenz in der Region gekennzeichnet ist.

Israelischen und US-Medienberichten zufolge traf sich Zamir im Pentagon mit Air-Force General Dan Caine und weiteren ranghohen Vertretern des US-Verteidigungsministeriums. Ziel des Treffens war es, “hochempfindliche Geheimdienstinformationen” vorzulegen, militärische Optionen gegenüber dem Iran zu besprechen und die laufenden diplomatischen Kontakte zwischen der Trump-Administration und Teheran abzustimmen.

Wie eine Quelle der Jerusalem Post erläuterte, hat sich in den vergangenen Monaten im Rahmen regelmäßiger Konsultationen “eine dreigliedrige operative und strategische Achse zwischen dem israelischen Stabschef, dem Kommandeur des US Central Command sowie deren jeweiligen Stäben” etabliert. Über diesen Kanal fänden “häufige Kontakte statt, darunter regelmäßige Treffen, die zeitweise fast wöchentlich stattfanden”.

Vor diesem Hintergrund hatte auch US-CENTCOM-Chef Admiral Brad Cooper Ende Januar Israel besucht. Der jüngste IDF-Besuch in Washington erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Regierung Netanjahu zunehmend besorgt ist, US-Präsident Donald Trump könnte letztlich ein Abkommen mit dem Iran schließen, das sich ausschließlich auf ein Einfrieren der Urananreicherung konzentriert. Dabei blieben Teherans ballistisches Raketenprogramm möglicherweise unangetastet und militärische Inspektionen unberücksichtigt.

Nach Rückkehr der Delegation traf sich Verteidigungsminister Israel Katz mit Zamir in Tel Aviv, um laut einer Mitteilung seines Büros vom Sonntag die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte “für jedes denkbare Szenario” zu überprüfen.

Das US-Pentagon hat unterdessen seine Marine- und Luftverteidigungspräsenz im Nahen Osten massiv verstärkt. Dazu zählen der Einsatz des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln, zusätzlicher Lenkwaffenzerstörer sowie moderner Luftabwehrsysteme – von Präsident Trump als “massive und wunderschöne Armada” bezeichnet.

Israelischen Berichten zufolge sind sich selbst hochrangige Beamte beider Länder unsicher, ob Trump sich final für eine militärische Aktion entscheiden wird. Öffentlich betonte der US-Präsident zuletzt, er bevorzuge eine diplomatische Lösung, und weigerte sich, seine Pläne selbst engen Verbündeten zu offenbaren, um laufende Verhandlungen nicht zu gefährden.

Gleichzeitig warnte er Teheran wiederholt, dass “die Zeit ablaufe” und ein künftiger Angriff weitaus härter ausfallen würde als die US- und israelischen Schläge im vergangenen Sommer.

Die größte Sorge innerhalb der israelischen Regierung ist, dass Teheran im Falle eines US-Angriffs umgehend Vergeltungsmaßnahmen gegen Israel ergreifen könnte, was unmittelbar eine umfassendere regionale Konfrontation auslösen würde.

Laut dem Jerusalem Post-Bericht diente der Besuch des Leiters des israelischen Militärgeheimdienstes, Generalmajor Shlomi Binder, in Washington etwa eine Woche zuvor “der Vorbereitung der Reise des Stabschefs”.

Unabhängig davon berichtete das Portal Axios, Binder habe in Washington hochrangige Treffen zu Geheimdienstinformationen über den Iran abgehalten. Zwei US-Beamte zufolge führte er dabei in der Vorwoche “eine Reihe hochrangiger Konsultationen mit Spitzenvertretern des Pentagon, der CIA und des Weißen Hauses durch”.

Washington betonte zuletzt, es ziele nicht auf eine Destabilisierung des Irans oder einen Regimewechsel nach libyschem Vorbild ab. Die iranischen Führer behaupten derweil, ihr Atomprogramm sei friedlich und Gespräche über Vermittler kämen voran.

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