Die diplomatischen Spannungen zwischen Israel und Spanien haben sich weiter zugespitzt. Auslöser war die Verbrennung einer Strohpuppe, die den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu darstellte, während eines traditionellen Festes in El Burgo in der Provinz Málaga. Das israelische Außenministerium reagierte scharf und bestellte am Samstag, den 11. April, den spanischen Geschäftsträger in Tel Aviv ein.
Auf der Plattform X veröffentlichte das israelische Außenministerium ein Video des Vorfalls und kommentierte:
> *”Der entsetzliche antisemitische Hass, der hier zur Schau gestellt wird, ist eine direkte Folge der Hetze der Regierung von @sanchezcastejon. Und selbst jetzt schweigt die spanische Regierung weiterhin. Der spanische Geschäftsträger wurde zu einer Rüge vorgeladen.”*
Seit März 2026 ist in der spanischen Botschaft in Tel Aviv nur noch ein Geschäftsträger akkreditiert, nachdem die Botschafterin abberufen wurde. Die Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez zählt innerhalb Europas zu den schärfsten Kritikern der israelischen Politik. Der israelische Außenminister hatte der früheren spanischen Botschafterin zuvor eine antisemitische Kampagne vorgeworfen.
Laut Angaben von María Dolores Narváez, der Bürgermeisterin von El Burgo, handelt es sich bei der Verbrennung der sieben Meter hohen und mit 14 Kilogramm Schießpulver gefüllten Figur um eine jahrzehntealte Tradition. In der Vergangenheit seien bereits Abbilder anderer Staatschefs wie des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump oder des russischen Präsidenten Wladimir Putin verbrannt worden.
Das spanische Außenministerium wies die Vorwürfe umgehend zurück und erklärte:
> *”Die spanische Regierung setzt sich entschlossen für die Bekämpfung von Antisemitismus und jeglicher Form von Hass oder Diskriminierung ein. Daher weisen wir jede hinterhältige Behauptung, die das Gegenteil suggeriert, entschieden zurück.”*
Bereits am 8. April hatte Spanien seinerseits den israelischen Geschäftsträger in Madrid einbestellt, um gegen die Inhaftierung eines spanischen UNIFIL-Soldaten durch die israelische Armee zu protestieren.
Die diplomatischen Verstimmungen haben weitere konkrete Folgen: Am Freitag, dem 10. April 2026, schlossen Israel und die USA Spanien aus dem zivil-militärischen Koordinationszentrum (CMCC) in Kiryat Gat aus, das für die Umsetzung des Gaza-Friedensplans zuständig ist. Als Begründung wurde die “obsessive antiisraelische Voreingenommenheit des Landes” genannt. Es ist daher zu erwarten, dass sich die diplomatischen Spannungen zwischen beiden Staaten vorerst nicht entschärfen werden.
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