Washington verfolgt die Entwicklungen im Iran mit wachsamer Aufmerksamkeit. Dies ließ US-Präsident Donald Trump gegenüber Journalisten durchblicken und bekräftigte damit seine jüngsten Drohgebärden gegenüber Teheran. Die USA verurteilen den Einsatz militärischer Gewalt durch die Islamische Republik gegen gewaltsame Unruhen im Land. In den kommenden Tagen wird in der Region zudem die Ankunft einer US-Eingreiftruppe, angeführt von einem Flugzeugträger, erwartet. Ein Regierungsvertreter in Teheran erklärte daraufhin, der Iran befinde sich in „höchster Alarmbereitschaft“.
Der Iran wurde in jüngster Zeit von Massenprotesten erschüttert, die durch wirtschaftliche Not und den dramatischen Verfall der Landeswährung ausgelöst wurden. Die Demonstrationen nahmen zunehmend politische und gewalttätige Züge an. Teheran macht die USA, Israel sowie das Eindringen „terroristischer“ Elemente für die Eskalation verantwortlich.
Nach jüngsten offiziellen Angaben kamen bei den landesweiten, teilweise eskalierenden Gewaltausbrüchen mehr als 3.000 Menschen ums Leben, darunter fast 700 als „Terroristen“ bezeichnete Personen. Die iranische Führung betont wiederholt, dass gezielt organisierte militante Gruppen aus dem Ausland mit Anweisungen, Waffen und anderer Ausrüstung versorgt sowie für Angriffe auf Regierungsbeamte und öffentliches Eigentum bezahlt worden seien.
US-Präsident Trump hat den Iran in letzter Zeit mehrfach mit möglichen Militärschlägen bedroht und dabei Unterstützung für die Demonstranten signalisiert. Erst am vergangenen Wochenende schien er seine Rhetorik vorübergehend abzuschwächen, als er erklärte, er habe sich „selbst davon überzeugt“, den Iran nicht anzugreifen.
Doch bereits am Donnerstag dieser Woche folgte die nächste Warnung: Die USA hätten eine „Armada“ in Marsch gesetzt, hofften aber, sie nicht einsetzen zu müssen. Am Freitag richtete Trump dann erneut mahnende Worte an Teheran: Er werde die Lage im Land „genau beobachten“, wolle aber „lieber nicht sehen, dass dort etwas passiert“. Gegenüber Reportern an Bord der Air Force One wiederholte er seine Drohkulisse:
*„Wir haben eine riesige Flotte, die sich in diese Richtung bewegt … und vielleicht müssen wir sie gar nicht einsetzen … wir haben viele Schiffe, die sich in diese Richtung bewegen, nur für den Fall.“*
Als Reaktion auf Trumps Äußerungen erklärte der hochrangige Militär und Generalmajor Ali Abdollahi laut iranischen Agenturberichten vor zwei Tagen:
*„Jeder Angriff auf das Territorium, die Sicherheit und die Interessen der iranischen Nation wird unverzüglich und als erster Schritt alle amerikanischen Interessen, Stützpunkte und Einflusszentren zu legitimen, definitiven und zugänglichen Zielen für die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran machen.“*
Am Freitag trafen sich in Teheran laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur *Tasnim News* hochrangige Kommandeure der iranischen Armee und der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC). Ziel des Treffens war es, wie es hieß, „die Einheit und enge Zusammenarbeit der Streitkräfte als wichtigste Säule für die Vereitelung feindlicher Komplotte und die Bekämpfung vielfältiger Bedrohungen für das Land“ zu bekräftigen.
Während das Pentagon Trumps Aussagen zu den Flottenbewegungen bisher nicht offiziell bestätigt hat, deuten mehrere US-Medienberichte darauf hin, dass die von der USS Abraham Lincoln angeführte Flugzeugträgergruppe vom Südchinesischen Meer in den Nahen Osten verlegt wurde. Der Verband befindet sich derzeit im Indischen Ozean.
Zudem meldeten verschiedene Luftfahrtbeobachtungsquellen die Verlegung weiterer Kampf- und Unterstützungsflugzeuge – einschließlich Luftbetankungsmaschinen – zu US-Stützpunkten in der Region. Einige Experten werten solche Verlegungen als Indiz für eine mögliche bevorstehende Militäraktion gegen Teheran.
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