Iran beschlagnahmt zwei Tanker im Persischen Golf: Schmuggelvorwürfe heizen Spannungen an

Im Persischen Golf hat die iranische Revolutionsgarde zwei Schiffe aufgebracht, die nach Angaben staatlicher Medien mehr als eine Million Liter geschmuggelten Treibstoff geladen hatten. Die Besatzungen der beiden Schiffe, darunter 15 ausländische Staatsangehörige, wurden festgenommen und den Justizbehörden überstellt. Diese Maßnahme verdeutlicht die fortgesetzten Anstrengungen Teherans, den illegalen Brennstoffhandel in den Gewässern der Region zu unterbinden.

Iran hat in den vergangenen Jahren wiederholt Schiffe im Persischen Golf und in der Straße von Hormus beschlagnahmt, die des Schmuggels von Treibstoff oder anderen Gütern verdächtigt wurden. Solche Vorfälle ereignen sich vor dem Hintergrund anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten des Landes sowie regionaler Spannungen, insbesondere mit den Vereinigten Staaten.

Die Sicherheitslage in der Region bleibt äußerst angespannt. Bereits am Dienstag hatten US-Streitkräfte im Arabischen Meer eine iranische Shahed-139-Drohne abgeschossen, die sich dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln genähert hatte. Der Abschuss erfolgte durch ein F-35-Kampfflugzeug der US-Marine.

Kurz nach diesem Drohnenvorfall kam es in der Straße von Hormus zu einem weiteren Zwischenfall: Zwei Boote der Revolutionsgarde und eine Drohne näherten sich dem unter US-Flagge fahrenden Tanker M/V Stena Imperative in bedrohlicher Weise. Das Handelsschiff erhöhte seine Geschwindigkeit, um einer möglichen Enterung zu entgehen. Das US-Kriegsschiff USS McFaul griff ein und geleitete den Tanker sicher aus dem Gebiet. Mit der nun erfolgten Festsetzung der beiden Schiffe demonstriert das iranische Militär erneut seine Präsenz und Handlungsfähigkeit in der Region, was auch als Machtdemonstration gegenüber den USA gewertet werden kann.

Vor diesem angespannten Hintergrund werden die USA und Iran am Freitag im omanischen Maskat neue Gespräche über das iranische Atomprogramm führen. Das Treffen sei für etwa 10:00 Uhr Ortszeit geplant, bestätigte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi. Oman übernimmt dabei erneut die Rolle des Vermittlers.

Ursprünglich war das Treffen in Istanbul angesetzt gewesen. Iran hatte jedoch auf eine Verlegung nach Oman bestanden und gefordert, die Gespräche strikt auf atomare Fragen zu beschränken. Washington ging darauf ein, obwohl es auch erweiterte Themen wie Irans Raketenprogramm und die Unterstützung regionaler Milizen durch Teheran ansprechen möchte.

**Mehr zum Thema –** Gefährliche Zwischenfälle auf See: Iran provoziert die USA

Schreibe einen Kommentar