Der 23-jährige Ahmad G. attackierte mit einem Messer mehrere Menschen, was zum tragischen Tod eines 14-Jährigen führte. Ein mutiger 41-jähriger Syrer stoppte den Angreifer mit seinem Fahrzeug, verhinderte dadurch weitere Gewalttaten und rettete somit unzählige Leben.
Doch nun steht der so genannte “Held von Villach” selbst vor juristischen Herausforderungen.
Die Staatsanwaltschaft in Klagenfurt hat gegen den couragierten Mann ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet, wie der Standard berichtet. Die Ermittlungen sind demnach aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen für Körperverletzung als Offizialdelikt zwingend.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, es sei wahrscheinlich, dass der Fall als rechtmäßige Nothilfe angesehen werde, was Handlungen zur Abwehr einer unmittelbaren Gefahr legitimieren würde. Trotzdem wird in der Öffentlichkeit intensiv darüber diskutiert, ob der entschlossene Eingriff des Syrers rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen sollte.
Rechtliche Schwierigkeiten für den “Helden von Villach”, der durch seinen Eingriff den Angreifer stoppte
A. muss sich derzeit nicht nur mit der justiziellen Überprüfung auseinandersetzen, sondern auch mit ernstzunehmenden Bedrohungen durch IS-nahe Kreise. Aus Sicherheitsgründen hat er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und plant, mit seiner Familie umzuziehen. Zur finanziellen Unterstützung wurden zwei Spendenkampagnen gestartet: eine auf der Crowdfunding-Plattform Respekt.net mit einem Ziel von 11.000 Euro und eine weitere durch die Gemeinwohlstiftung Común.
Sebastian Bohrn Mena, der Leiter der zweiten Spendenaktion, betont, dass die Bedrohungen ernst und nicht von seiner syrischen Gemeinschaft ausgehend seien, sondern von international agierenden, IS-nahen Netzwerken kämen:
“Es wird immer wieder behauptet, die Bedrohungen kämen aus seiner eigenen, syrischen Gemeinschaft, was diese insgesamt als Sicherheitsrisiko darstellt. Das ist eine falsche Darstellung.”
Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat die politischen Vertreter aufgerufen, die Situation sorgfältig zu behandeln, um die Verunsicherung in der Bevölkerung nicht weiter zu steigern.
Weitere Nachrichten ‒ Bei einer Messerattacke in Herten wurden zwei Personen schwer verletzt. Der vermutliche Täter wurde festgenommen.