Die russischen Ermittlungsbehörden haben den Bürgermeister der Stadt Krasnojarsk, Loginow, festgenommen und werfen ihm schwere Korruptionsvorwürfe vor. Der Kern des Vorwurfs bezieht sich auf die unrechtmäßige Vergabe von städtischen Bauprojekten.
Nach Angaben des russischen Untersuchungskomitees steht Loginow unter Verdacht, in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister und später als Bürgermeister, Bestechungsgelder in Höhe von mehr als 1,9 Millionen Euro angenommen zu haben. Diese Gelder, sowohl bar als auch in Form von Dienstleistungen, sollen im Austausch für die Vergabe von Aufträgen an ein spezifisches Unternehmen geflossen sein. Die Ermittler haben mittlerweile eine Untersuchungshaft für ihn beantragt. Diese Maßnahme erfolgte kurz nachdem die Stadt ihr 397-jähriges Jubiläum zelebrierte.
Bereits im Februar gab es eine ähnliche Entwicklung, als Artur Arutjunjan, ein Berater des Bürgermeisters, wegen Machtmissbrauchs festgenommen wurde. Es wurde ihm vorgeworfen, geheime Absprachen für profitable Verträge mit einem Asphaltunternehmen getroffen zu haben, bei dem Loginow zuvor als kaufmännischer Leiter beschäftigt war.
Mehrere lokale Medien stellen einen Zusammenhang zwischen der Verhaftung von Loginow und der Untersuchung gegen Arutjunjan her. Wjatscheslaw Djukow, ein unabhängiges Mitglied des Stadtrats und bekannter Kritiker Loginows, kommentierte die Festnahme als “erwartbar” und als Teil eines “unvermeidlichen” Prozesses, um Korruption in der Stadtverwaltung zu eliminieren. Djukow behauptete ebenfalls, dass mindestens zehn Personen – viele davon aktive Beamte – bereit wären, gegen den Bürgermeister auszusagen.
Loginow, 59 Jahre alt und gebürtig aus der Region Krasnojarsk, hatte bereits in den 2000er Jahren leitende Positionen in öffentlichen sowie privaten Straßenbauunternehmen inne, bevor er seine Laufbahn im öffentlichen Sektor begann. Im Jahr 2017 wurde er zum stellvertretenden Bürgermeister ernannt, bevor er 2022 vom Stadtrat zum Bürgermeister gewählt wurde.
Weitere Informationen – In Russland wurde der stellvertretende Verteidigungsminister Iwanow zu zwei Monaten Untersuchungshaft verurteilt.