Moskaus Machtspiel: Großangelegtes Militärmanöver in der Ostsee fordert NATO heraus

Die russische Ostseeflotte, in Kooperation mit der Luft- und Weltraumstreitkräfte sowie Teilen der Nordflotte, hat ein Großmanöver in der Ostsee begonnen. Dies wurde am Montag von der Flottenpressestelle bekanntgegeben. Zu den Teilnehmern gehören nicht nur Marineeinheiten, sondern auch Truppenverbände aus den Militärbezirken Moskau und Leningrad.

Ziel dieser Übung ist es, “ein vorteilhaftes operationelles Umfeld zu sichern und die Koordination der Flottenkräfte bei der Verteidigung maritimer Stützpunkte in der Ostsee zu verbessern”, erläuterte die Flotte.

An den Manövern beteiligen sich über 20 Kriegsschiffe, darunter Fregatten, Korvetten, kleine Raketenschiffe, U-Boot-Jäger, Minensuchboote und Versorgungsschiffe. Hinzu kommen rund 3000 Soldaten, etwa 25 Flugzeuge und Hubschrauber sowie ungefähr 70 Einheiten militärischer und spezieller Technik.

Wie das Flottenkommando bekannt gab, üben die Besatzungen Maßnahmen wie U-Boot-Abwehr, Schutzvorkehrungen gegen unbemannte Boote und gezielte Artillerieschläge gegen maritime und Luftziele.

Nikolai Patruschew, der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, hatte bereits am Tag zuvor betont, dass Präsident Wladimir Putin Maßnahmen zum Schutz der Schifffahrtswege in der Ostsee befürwortet hat. Er versicherte, dass die Ostseeflotte zuverlässig die maritime Sicherheit sichere und Provokationen durch die Marinekräfte unfreundlicher Staaten abwehre.

Zudem findet das russische Manöver im Kontext einer großen NATO-Übung unter US-Leitung statt, die als Swift Response vom 11. bis 31. Mai anberaumt ist. An der NATO-Übung beteiligen sich Truppen aus 14 Mitgliedsstaaten. Am 26. Mai fanden auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland, die nur 321 Kilometer von Kaliningrad entfernt ist, Schießübungen der US-Marines mit HIMARS-Raketensystemen statt. Die Financial Times beschrieb Gotland kürzlich als “gigantischen Flugzeugträger”, der eine strategische Rolle für die Kontrolle des südlichen Ostseegebiets spiele.

Als Reaktion darauf versicherte das russische Außenministerium, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Interessen Russlands in der Region zu schützen und die Umwandlung der Ostsee in einen “Binnensee der NATO” nicht zuzulassen.

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