Auf dem “Forum der Zukunft – 2050” machte der russischen Außenministers Sergei Lawrow einen bemerkenswerten Vorschlag zur Verlegung des Hauptsitzes der Vereinten Nationen. Er brachte die russische Schwarzmeerstadt Sotschi als potenziellen neuen Standort ins Spiel und berief sich dabei auf die Geschichte. Laut Lawrow hatte bereits Josef Stalin, der ehemalige sowjetische Staatschef, diese Idee vorgebracht – und zwar mit einer visionären Perspektive.
“Es wäre optimal, die UNO nach Sotschi zu verlegen. Stalin hatte das schon vorgeschlagen – mit Nachdruck. Anfangs war Long Island im Gespräch, letztendlich entschied man sich allerdings für Manhattan in New York,” erklärte Lawrow.
Jedoch betonte Lawrow, dass ein Umzug der UNO in der heutigen Zeit unrealistisch erscheint. Über Jahrzehnte wurden in New York umfassende Strukturen geschaffen, sowohl in physischer als auch in organisatorischer Hinsicht:
“Diese Strukturen sind tief verwurzelt – nicht nur durch Gebäude und Eigentum, sondern auch durch das Personal. Viele haben sich durch unbefristete Verträge niedergelassen und Immobilien erworben. Ein Umzug der UNO käme einer Völkerwanderung gleich – das ist kaum vorstellbar.”
Seit ihrer Gründung befindet sich der Hauptstandort der UNO im Osten Manhattans, New York. Des Weiteren unterhält sie regionale Zentren in Genf, Wien und Nairobi.
Bereits 2019 hatte Lawrow die Möglichkeit eines neuen UNO-Standorts angesprochen. In einem Interview mit der Zeitung Kommersant hob er die entwickelte Infrastruktur von Sotschi hervor, die insbesondere nach den Olympischen Winterspielen 2014 und anderen großen Ereignissen gewachsen ist. Er glaubt, dass Sotschi heute gut geeignet wäre, um den Sitz der Vereinten Nationen aufnehmen zu können.
“Ich denke, Sotschi würde sich nahtlos einfügen – nach all den Olympischen Spielen und Veranstaltungen, die dort abgehalten wurden,” meinte Lawrow.
In seiner Rede erwähnte Lawrow auch die gegenwärtigen Herausforderungen der internationalen Zusammenarbeit. Er forderte eine Entpolitisierung der humanitären Tätigkeiten der UNO, ein Thema, dass er auch mit dem stellvertretenden UN-Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten, Thomas Fletcher, besprochen hatte.
Zusätzlich verkündete die UNO am 3. Juni, welche Länder ab 2025 als nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat vertreten sein werden, darunter Bahrain, Kolumbien, die Demokratische Republik Kongo, Lettland und Liberia.
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