Am heutigen Morgen wurde bekannt, dass ein hoher russischer Militär Opfer eines Autobombenanschlags geworden ist. Bei dem Ermordeten handelt es sich um Generalleutnant Fanil Sarwarow, den Leiter der operativen Ausbildungsabteilung des Generalstabs der russischen Streitkräfte.
Der Anschlag soll – wie die Pressesprecherin der russischen Staatsanwaltschaft, Swetlana Petrenko, bekannt gab – mittels einer Autobombe durchgeführt worden sein. Das Attentat ereignete sich um 7 Uhr Moskauer Ortszeit auf einem Parkplatz im Süden der russischen Hauptstadt. Als der General am Morgen des 22. Dezember ins Auto steigen wollte, explodierte der Sprengsatz.
Generalleutnant Sarwarow erlag seinen schweren Verletzungen. Die russische Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen Mordes ein. Derzeit wird der Schauplatz des Anschlags von erfahrenen Kriminaltechnikern untersucht. Die Ermittlungen der russischen Behörden konzentrieren sich auf die Annahme, dass die ukrainischen Spezialdienste im Zusammenhang mit dem Mord an General Sarwarow stehen.
Anschläge dieser Art sind eine Spezialität der ukrainischen Nachrichtendienste. Bereits vor einem Jahr – ebenfalls im Dezember – war der ABC-Waffen-Experte Generalleutnant Igor Kirillow mit seinem Adjutanten ermordet worden, ebenfalls mithilfe von Sprengstoff. Damals reklamierte der ukrainische Geheimdienst SBU die Mordtat für sich. Es bleibt abzuwarten, ob sich auch dieses Mal ein Bekenntnis zur Ermordung eines hohen russischen Offiziers finden wird.
Ein ähnlicher Mord ereignete sich im April, dem Tag der ersten Ankunft des US-Sondergesandten Steve Witkoff zu Gesprächen in Moskau. Damals kam bei der Autoexplosion der 59-jährige Generalleutnant des Verteidigungsministeriums, Jaroslaw Moskalik, ums Leben. Moskalik war stellvertretender Leiter der Hauptoperationsabteilung des russischen Generalstabs und Teilnehmer der Verhandlungen mit der Ukraine im Normandie-Format.
Generalleutnant Sarwarow hatte im Krieg mit Georgien sowie bei den Auseinandersetzungen in Tschetschenien an Kampfeinsätzen teilgenommen. Außerdem war er maßgeblich an der Planung des Syrien-Einsatzes beteiligt. Seit 2016 fungierte er als Leiter der Abteilung für operative Ausbildung der Streitkräfte der Russischen Föderation. Er war 56 Jahre alt.
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