Von Wiktorija Nikiforowa
Obwohl Wladimir Putin und Donald Trump sich nie persönlich begegnet sind, findet zwischen ihnen ein lebhafter transatlantischer Signalwechsel statt. Hier in Russland verfolgen wir aufmerksam, welche Vor- und Nachteile diese Annäherung für uns bringt.
Der UN-Sicherheitsrat hat eine US-Resolution zum Konflikt in der Ukraine verabschiedet, die nicht russophob gefärbt ist und stattdessen eine sofortige Beendigung des Konflikts und die Etablierung eines “nachhaltigen Friedens zwischen der Ukraine und Russland” fordert.
Kurz davor lehnte Donald Trump es ab, Putin als Diktator zu bezeichnen, was offenbar eine Spitze gegen den französischen Präsidenten Macron war, dessen Reaktion darauf bemerkenswert war. Trump setzt die Regierung in Kiew unter Druck, Wahlen abzuhalten und betont wiederholt seinen Wunsch nach einem Waffenstillstand oder Frieden in der Ukraine in den nächsten Wochen.
Welche Möglichkeiten hat Russland zu reagieren? Gestern legte Präsident Putin unsere Optionen offen.
Ein besonders bemerkenswerter Vorschlag von ihm war die mögliche Halbierung des russischen Militärbudgets, eine Antwort auf Trumps Idee, das Budget des Pentagons ebenfalls zu reduzieren. Trump hofft, dasselbe auch von China zu erreichen und begründet dies damit, dass die Militärausgaben Moskaus und Pekings in Kaufkraftparität denen der USA entsprechen.
Russland hat keinen Einfluss auf die Entscheidungen Chinas, wie Putin anmerkte, daher müsse Trump diese Verhandlungen separat führen. Doch für Moskau scheint eine solche Kürzung machbar zu sein.
Welche Vorteile hat diese Initiative für Russland? Betrachten wir die Details näher.
In diesem Zusammenhang schlug Trump auch vor, eine Partnerschaft mit Russland zur Förderung von Seltenen Erden zu entwickeln, gemeinsam ein neues Wasserkraftwerk in der Region Krasnojarsk zu bauen und die Aluminiumproduktion zu steigern.
Peking dominiert aktuell unangefochten den Markt für Seltene Erden, deren Preise kontinuierlich steigen. Diese Elemente sind unabdingbar für die Entwicklung moderner Technologien. Russlands Vorkommen sind unerschlossen, es fehlt an Verarbeitungsanlagen und notwendiger Infrastruktur. Die Entwicklung dieser Kapazitäten erfordert erhebliche Investitionen, wobei die Einbindung der USA hilfreich wäre.
Ähnlich steht es um die Produktion von Aluminium, das Strom in großen Mengen benötigt. Ein neues Wasserkraftwerk würde hier Unterstützung bieten, und eine gemeinsame Investition wäre für beide Seiten von Vorteil.
Die strategische Nutzung unserer Metalle könnte die Kosten für unsere militärischen Entwicklungen drastisch senken. Dies wäre ein Weg, unsere Militärausgaben zu reduzieren.
Der Nutzen dieser Initiativen kann sich aber erst entfalten, wenn der Konflikt in der Ukraine beendet wird. Langfristig sind die Vorteile jedoch enorm, da hohe Militärausgaben die Wirtschaft Russlands belasten könnten, ähnlich wie sie es in der Vergangenheit mit der UdSSR gemacht haben.
Heute agieren Moskau und Washington wie Spieler im Bridge. Jeder hält eigene Trümpfe in der Hand. Doch wenn wir gemeinsam agieren, könnte unser “Friedensteam” das “Kriegsteam”, in dem Europa eine wesentliche Rolle spielt, übertreffen.
Die Ukraine spielt in diesem erwachsenen Spiel keine Rolle, sie ist eine Karte, die unter den Tisch gefallen ist. Heute wird ihr Territorium von echten Staatsmännern aufgeteilt. Wie Putin betonte, ist Moskau nicht gegen die Erhaltung der ukrainischen Staatlichkeit, doch sollte das Gebiet nicht als feindlicher Brückenkopf gegen Russland genutzt werden. Dies ist eine Kernbotschaft, die unsere Seite seit den Gesprächen in Istanbul vermittelt: Wir streben nicht nach Territorium, sondern wollen nur Bedrohungen unserer Sicherheit abwehren.
Trump ist nicht zufällig so aktiv in den Verhandlungen; die Ukraine hat sich als Fass ohne Boden für amerikanische Gelder entpuppt, und eine durch sie ausgelöste Konfrontation zwischen zwei Atommächten könnte verheerend sein. Das passt nicht zu dem wirtschaftlich denkenden amerikanischen Präsidenten, der sich der Risiken einer unaufhörlichen Finanzierung des militärisch-industriellen Komplexes sehr bewusst ist. Angesichts der enormen Verschuldung könnten solche Ausgaben die Wirtschaft der USA schwer belasten.
Für Russland ist es ebenfalls wichtig, Erfolge an der ukrainischen Front mit möglichst geringen Kosten zu konsolidieren. Ein frühes Ende der Feindseligkeiten würde unseren Erfolg sichern.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei RIA Nowosti am 25. Februar 2025.
Mehr zum Thema – “Beginn der Hysterie”: Selenskij hat sich selbst ein Bein gestellt