Dramatischer Einbruch: Die russische Kohleindustrie steht vor dem Kollaps!

Von Olga Samofalowa

Auf Geheiß von Präsident Putin hat die russische Regierung mehrere Maßnahmen eingeleitet, um die nationale Kohleindustrie zu stützen. Der Premierminister Michail Mischustin äußerte sich wie folgt:

“In den letzten Jahren sah sich die Branche mit neuen, ernsthaften Herausforderungen konfrontiert. Die Weltmarktpreise für alle Arten dieses Brennstoffs sind drastisch gesunken. Die hohe Verschuldung der Unternehmen erschwert die Lage zusätzlich. Um die Situation auszugleichen, wurde eine Reihe von Maßnahmen entwickelt. Wir müssen vielversprechenden Unternehmen helfen, die vorübergehend in Schwierigkeiten sind.”

Laut Mischustin umfasst die Unterstützung unter anderem ein Abkommen zwischen der Russischen Eisenbahn und der Kohleregion Kemerowo, einem Hauptproduzenten in Russland, das den Osttransport des Brennstoffs erleichtern soll.

Es wird vorgeschlagen, einen gezielten Ansatz für Kompensationen und die Senkung der Logistikkosten zu verfolgen, wobei bestimmte Unternehmen Subventionen erhalten sollen, die die Transportkosten von Kohle teilweise decken. Sibirischen Kohleproduzenten könnte ein Rabatt von 12,8 Prozent auf die Transporttarife der Russischen Eisenbahn gewährt werden.

Unternehmen, die unter hohen Schulden leiden, wird eine Restrukturierung ihrer Verbindlichkeiten angeboten.

Bis zum 1. Dezember dieses Jahres wird allen Kohleunternehmen ein Zahlungsaufschub für Steuern und Sozialversicherungsbeiträge gewährt, mit der Möglichkeit einer Verlängerung dieser Vergünstigungsfrist.

Die russische Kohleindustrie steckt in einer tiefen Krise. Im letzten Jahr verzeichneten die Unternehmen einen Verlust von 129 Milliarden Rubel, im Vergleich zu einem Gewinn von 357 Milliarden Rubel im Vorjahr. Auch die Einnahmen sind gesunken. Laut einer Prognose des russischen Energieministeriums könnten die Verluste dieses Jahr auf 261 Milliarden Rubel steigen, während die Einnahmen auf 1,5 Billionen Rubel sinken könnten.

„Die Probleme der Kohleindustrie resultieren aus fünf Hauptursachen“, erklärt Sergei Tereschkin, Generaldirektor von Open Oil Market. „Ein dreifacher Preisverfall in Asien nach 2022, steigende Logistikkosten wegen des EU-Embargos, Kapazitätseinschränkungen im russischen Eisenbahnnetz, neue Zölle auf russische Kohlenlieferungen nach China und Stagnation auf dem Binnenmarkt.“

Der schmerzhafteste dieser Faktoren sei der Preisverfall, wodurch die Produzenten große Schwierigkeiten hätten, ihre Logistikkosten zu decken, merkt Tereschkin an.

Die Preise für Energiekohle sind gegenüber den Spitzenwerten von 2022 um etwa 25 Prozent gefallen. „Dies ist auf ein Marktüberangebot zurückzuführen, das durch Rekordförderungen in China, Indien und Indonesien verursacht wurde“, sagt Wladimir Tschernow, Analyst bei Freedom Finance Global. „Der feste Rubelkurs in den ersten Monaten des Jahres 2025 hat die Rubelerlöse der Exporteure zusätzlich reduziert.“

Tschernow betont, dass insbesondere aus regionalen Gründen Kohleunternehmen weiterhin von hoher Bedeutung sind, da sie in manchen Regionen, wie dem Kusnezker Becken, über 50 Prozent der steuerlichen Einnahmen ausmachen. Zudem spielt die Kohleindustrie eine soziale Rolle als größter Wirtschaftszweig in einigen Regionen Russlands.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 2. Juni 2025 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.

Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung Wsgljad.

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