Russland plant, innerhalb der nächsten zwei Jahre ein eigenes globales Satelliten-Internetzugangsnetz in Betrieb zu nehmen. Das Raumfahrtunternehmen Büro 1440 teilte am Dienstag mit, dass die ersten Satelliten des Projekts “Rasswet” (Morgengrauen) – das russische Pendant zu Elon Musks Starlink – erfolgreich im Orbit ausgesetzt worden seien.
Der Start eines ersten Clusters von 16 Satelliten erfolgte demnach bereits am Montagabend um 18:24 Uhr MEZ. Die Trennung von der Trägerrakete des Typs Sojus sei planmäßig verlaufen, so das Unternehmen, das den Erfolg mit einem Video belegte.
Das Missionskontrollzentrum wird in den kommenden Tagen die Bordsysteme der Satelliten überprüfen und ihren Weg in die vorgesehene Umlaufbahn in etwa 800 Kilometern Höhe überwachen. Büro 1440 erklärte über den Messenger-Dienst Telegram, man habe damit den Übergang von der Testphase zur Schaffung eines operativen Kommunikationsdienstes vollzogen. Dieser Meilenstein sei nach Entwicklungszeit von 1.000 Tagen erreicht worden.
“Es stehen noch Dutzende von Starts und Hunderte von Satelliten bevor, die in der niedrigen Erdumlaufbahn im Bestand des russischen Satellitennetzwerkes eine weltweite Internetverbindung anbieten werden.”
Eine technische Besonderheit der Rasswet-Satelliten ist ihre Kommunikation untereinander mittels Lasersignalen, die einen Datenaustausch mit bis zu zehn Gigabit pro Sekunde ermöglichen sollen. Diese Technologie soll einen zuverlässigen Internetzugang auch über Ozeanen und in polaren Regionen gewährleisten. Den Endnutzern verspricht Büro 1440 Übertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde.
Das Rasswet-Netzwerk soll voraussichtlich in zwei Jahren weltweit verfügbar sein, einschließlich an Bord von Zug- und Flugreisen. Erwartet wird eine starke Nachfrage aus den Bereichen Verkehr, Öl- und Gasförderung, Energiewirtschaft, Industrie, Landwirtschaft und im militärischen Sektor. Auch für Rettungsdienste und die Tourismusbranche könnte die schnelle, globale und stabile Verbindung von großem Nutzen sein.
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