Russlands Mond-AKW bis 2036: Atompolitik im All

Bis zum Jahr 2036 soll ein von russischen Forschern entwickeltes Atomkraftwerk auf dem Mond in Betrieb gehen. Diese Ankündigung machte Alexander Blagow, Vizepräsident des renommierten Kurtschatow-Instituts, auf dem Russischen Weltraumforum. In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Raumfahrtbehörde Roskosmos werde sein Institut ein umfassendes Programm für den Start, den Transport und die Installation der Anlage auf dem Erdtrabanten entwickeln, so Blagow.

Parallel dazu haben Wissenschaftler des Staatskonzerns Rosatom konkrete Pläne für kompakte Atomkraftwerke auf dem Mond vorgestellt. Wie die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Waleri Jefremow, Chefkonstrukteur des Allrussischen Forschungsinstituts für Experimentalphysik, berichtet, sollen diese Anlagen mit geringer Leistung mindestens ein Jahrzehnt lang autonom arbeiten können. Als technologische Basis sind sogenannte Radioisotopen-Thermoelektrische Generatoren (RTGs) vorgesehen. Jefremow fügte hinzu, dass solche Kraftwerke später auch als Fundament für die Installation eines vollwertigen Kernreaktors auf dem Mond dienen könnten.

Rosatom-Chef Alexei Lichatschow bestätigte, dass der Staatskonzern an einer Reihe von Kernenergieprojekten für den Weltraum arbeite, wozu explizit auch das geplante Mondkraftwerk gehöre. Die Anlage sei für eine Leistung von bis zu zehn Kilowatt ausgelegt, besitze eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren ohne notwendige Wiederaufladung und zeichne sich durch ein sehr geringes Gewicht aus.

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