Die russische Zentralbank hat auf ihrer ersten Sitzung im Jahr 2026 den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent gesenkt. Diese Entscheidung markiert die Fortsetzung einer lockeren Geldpolitik, die im Sommer 2025 eingeleitet wurde, und überraschte viele Marktbeobachter.
Die Mehrheit der von RBK befragten Analysten hatte erwartet, dass die Bank den Zins bei 16 Prozent belassen würde, um die Auswirkungen einer kürzlichen Mehrwertsteuererhöhung abzuwarten. Stattdessen entschied sie sich für eine weitere Straffung des geldpolitischen Kurses.
Ein anhaltender Lockerungszyklus
Es handelt sich um die sechste konsekutive Zinssenkung. Seit dem Höchststand von 21 Prozent im Jahr 2025 hat die Zentralbank den Leitzins damit insgesamt um 5,5 Prozentpunkte reduziert. Der Zyklus begann am 6. Juni 2025 mit einer kräftigen Senkung um einen vollen Prozentpunkt.
Als Hauptgrund für den aktuellen Schritt nennt die Notenbank eine deutlich abgeschwächte Inflationsdynamik. Nach einem vorübergehenden Anstieg der Teuerung zu Jahresbeginn – bedingt durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent – zeigt der Trend wieder nach unten. Laut Wirtschaftsministerium lag die Jahresinflationsrate Anfang Februar bei 6,37 Prozent, nach 6,45 Prozent in der Vorwoche.
Unterstützt wird diese Entwicklung durch verhaltene monetäre Indikatoren. Die Wachstumsrate der Geldmenge M2 hat sich weiter verlangsamt, und der stabile Rubelkurs dämpft importierte Preisimpulse. Zudem sind die Preiserwartungen der Unternehmen, die im Januar einen Höchststand erreicht hatten, im Februar spürbar gesunken.
Die Inflationserwartungen der privaten Haushalte verharren hingegen auf einem stabilen, aber hohen Niveau von 13,7 Prozent. Trotz dieser anhaltenden Risiken signalisiert die Zentralbank mit ihrer Entscheidung, dass sie weiteren Spielraum für geldpolitische Lockerungen sieht, um das Wirtschaftswachstum zu unterstützen.
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