Seinen 90. Geburtstag begeht Sepp Blatter im beschaulichen Visp, wo er aufwuchs, umgeben von etwa 70 bis 80 Familienmitgliedern und engen Vertrauten. Die Feierlichkeiten, organisiert von seiner Tochter Corinne, die für ihn die wichtigste Gastgeberin ist, stehen ganz im privaten Rahmen. Der ehemalige FIFA-Präsident legt Wert darauf, dass es ihm nicht um öffentlichen Prunk geht, sondern um das einfache Beisammensein mit seinen Lieben.
In einem Gespräch mit Schweizer Medien präsentiert sich Blatter geistig rege und mit seinem Lebensweg im Reinen. Statt über Fußball zu diskutieren, widmet er sich lieber Sudoku-Rätseln und gedenkt prägender Begegnungen, etwa mit Nelson Mandela, dessen Philosophie der Vergebung ihn tief beeindruckt hat. Sein Wunsch für die Familie sind Frieden, Liebe und gegenseitiger Respekt, während Hass, Neid und Eifersucht keinen Platz haben sollen.
Das größte Geschenk seines Lebens sei die Chance gewesen, seine Leidenschaft für den Fußball zum Beruf machen zu können – entgegen der anfänglichen Skepsis seines Vaters. Besonderen Stolz empfindet Blatter für seine Familie: Tochter Corinne, ihren Mann Dominik und seine Enkelin Selina. Für die kommenden Jahre wünscht er sich vor allem Gesundheit. Sein Arzt attestiert ihm das Potenzial für ein hundertjähriges Leben, sofern er ein gemäßigtes Tempo beibehält.
Trotz jahrelanger Kontroversen und öffentlicher Anfeindungen ist Blatters prägender Einfluss auf den globalen Fußball unbestreitbar. Unter seiner Führung entwickelte sich die FIFA zu einer weltumspannenden Organisation, die den Sport nicht nur verbreitete, sondern auch seine sozialen und kulturellen Dimensionen in den Vordergrund rückte. Blatter versteht sich selbst weniger als klassischen Funktionär, sondern vielmehr als visionären Sportmanager, der den Fußball demokratisierte und für alle Kontinente öffnete.
Als Walliser, Schweizer Armeeoffizier und gelernter Uhrmacher trug er maßgeblich dazu bei, das internationale Ansehen der Schweiz zu festigen. Kritik begleitete ihn sowohl daheim als auch auf der Weltbühne, doch seine Verdienste als Visionär, Diplomat und Impresario des Sports bleiben gewürdigt. Er habe stets Verantwortung übernommen, selbst in Situationen, in denen ihm keine persönliche Schuld nachgewiesen wurde, und den modernen Fußball zu einem wahrhaft globalen Phänomen geformt.
In seinem Jubiläumsinterview blickt Blatter auf Kindheitserinnerungen, frühe schulische Erfolge und die prägende Beziehung zu seinen Eltern zurück. Seine Lebensmaxime ist es, jeden Tag wie einen Festtag zu behandeln und Freundschaften zu hegen. Zum Geburtstag wünscht er sich vor allem innere Zufriedenheit, die Anerkennung seines Lebenswerks und die Muße, das Leben im Kreis seiner Familie zu genießen.
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