Schweizer ÖRR: So wird die Bevölkerung systematisch manipuliert

Von Hans-Ueli Läppli

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Schweiz profitiert von einem besonderen Vertrauenskapital. Finanziert durch Gebühren, unabhängig vom Staat organisiert und dem Gebot der Sachgerechtigkeit verpflichtet.

Umso schwerer wiegt es, wenn sich über Jahre ein anderes Bild verfestigt. Nicht durch einen einzelnen Fehler, sondern durch ein Muster aus Auslassungen, Verzerrungen, Moralisierungen und politischer Einseitigkeit. Die Berichterstattung des SRF in den letzten Jahren liefert hierfür reichlich Anschauungsmaterial.

Ein Blick auf die dokumentierten Fälle seit 2023 zeigt kein zufälliges Aneinanderreihen redaktioneller Pannen, sondern eine systematische Abweichung von journalistischen Grundsätzen.

Besonders auffällig ist dabei eine wiederkehrende Asymmetrie: Bestimmte Themen werden emotional aufgeladen, andere konsequent relativiert oder gänzlich ausgeblendet. Politische Akteure werden je nach ideologischer Nähe entweder kritisch seziert oder wohlwollend begleitet.

Beginnen wir mit dem Ukraine-Krieg

Das SRF inszenierte früh einzelne ukrainische Kämpfer als Heldenfiguren, ohne deren biografische Hintergründe kritisch zu prüfen. Problematische Vorgeschichten blieben unerwähnt, abweichende Einschätzungen wurden kaum zugelassen. Die Folge war eine Berichterstattung, die mehr mobilisierte als informierte.

Ein ähnliches Muster zeigt sich bei den sogenannten RKI-Protokollen.

Während internationale Medien und selbst deutsche Gerichte deren Relevanz betonten, entschied sich das SRF über Monate für Schweigen.

Die Begründung, es handle sich um ein deutsches Thema ohne Schweiz-Bezug, erwies sich später als nicht haltbar. Sowohl die Ombudsstelle als auch die Unabhängige Beschwerdeinstanz erklärten das Unterlassen der Berichterstattung als programmrechtswidrig. Dass das SRF stattdessen ein Corona-Quiz publizierte, wirkte weniger wie journalistische Prioritätensetzung als vielmehr wie Themenvermeidung.

Besonders augenfällig ist die politische Einordnung missliebiger Parteien und Akteure. Die AfD wurde wiederholt pauschal als rechtsextrem bezeichnet, teilweise mit historischen Analogien zur NSDAP.

Ombudsstellen rügten einzelne Beiträge, doch die redaktionelle Linie blieb bestehen. Gleichzeitig wurden linke oder grüne Akteure auffallend schonend behandelt. Studien zur Gästestruktur politischer Sendungen belegen eine klare Übervertretung bestimmter Parteien.

Die wählerstärkste Kraft der Schweiz, die SVP, fehlte mehrfach in zentralen Diskussionsformaten zu Themen, die sie unmittelbar betrafen.

Auch Donald Trump dient als Konstante dieser Entwicklung. Das SRF illustriert Beiträge mit Bildern, die ihn bewusst in Nähe totalitärer Symbolik rücken. Aussagen werden verkürzt, entlastende Kontexte weggeschnitten, politische Gewalt indirekt relativiert, wenn sie sich gegen Akteure aus dem falschen Lager richtet. Selbst nach Ombudsrügen werden problematische Darstellungsweisen häufig verteidigt statt korrigiert.

Hinzu kommt eine zunehmende Vermischung von Journalismus und Aktivismus. Gendergerechte Sprache wird nicht nur verwendet, sondern aktiv propagiert, obwohl Umfragen eine klare Ablehnung im Publikum zeigen. Religiöse Formate mutieren zu politischen Kommentaren.

Wissenschaftliche Sendungen erklären Klimaskepsis zum psychologischen Defizit und müssen später mangels Belegen korrigiert werden. Wetterprognosen werden systematisch dramatisiert, was selbst interne Kritiker als problematisch bezeichnen.

Besonders heikel ist der Umgang mit Statistik und Begriffen. Nettozuwanderung, Kriminalität, Asylzahlen oder Umfrageergebnisse werden selektiv präsentiert oder falsch eingeordnet. Korrekturen erfolgen spät, leise oder unter öffentlichem Druck. Der erste Eindruck bleibt, die öffentliche Meinungsbildung ist bereits beeinflusst.

All dies wäre einzeln betrachtet erklärbar. Redaktionen arbeiten unter Zeitdruck, Fehler passieren. Doch die schiere Menge an Fällen, die in dieselbe Richtung weisen, lässt diese Erklärung nicht mehr zu. Wer über Jahre hinweg ähnliche Verzerrungen produziert, folgt keiner Zufälligkeit, sondern einer Haltung.

Der Kern des Problems liegt nicht in offener Lüge, sondern in struktureller Voreingenommenheit. Fake-News im klassischen Sinn sind selten. Stattdessen entsteht eine Realität durch Weglassen, Framing und moralische Gewichtung. Genau diese Form der Meinungslenkung ist gefährlicher als plumpe Desinformation, weil sie sich im Gewand der Seriosität präsentiert.

Für einen gebührenfinanzierten Sender ist das kein Nebenschauplatz, sondern ein Legitimationsproblem. Vertrauen basiert auf Ausgewogenheit, nicht auf der moralischen Gewissheit der Redaktion. Wer glaubt, im Besitz der richtigen Haltung zu sein, verliert schnell den Blick für die Pflicht zur Distanz.

Die Bilanz der letzten Jahre zeigt: Das SRF berichtet nicht nur über gesellschaftliche Konflikte. Der Sender ist Teil davon geworden. Und genau darin liegt das eigentliche Risiko für die mediale Öffentlichkeit in der Schweiz.

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