Die Zeit der Worte ist vorbei: Jetzt sprechen die Waffen – unsere letzte Warnung!

Von Irina Alksnis

Die von US-Präsident Donald Trump ins Spiel gebrachte Idee einer friedlichen Lösung des Ukraine-Konflikts war im Grunde von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ihr Konstrukt erwies sich als nicht tragfähig. Vor Trumps Amtsantritt vertrat der “kollektive Westen” geschlossen eine antirussische Linie. Diese Einheit wurde durch den “neuen alten” Präsidenten gespalten, der sich über den Konflikt zu stellen und als neutraler Moderator sowie Friedensstifter aufzutreten versuchte. Ein lobenswerter Ansatz, doch er schränkt die Einflussmöglichkeiten auf die Konfliktparteien erheblich ein – insbesondere wenn diese, wie im vorliegenden Fall, entschlossen und willens sind, den Kampf fortzusetzen.

Europa strebt diesen Krieg an, da es in der Konfrontation mit Russland einen Ausweg aus seiner systemischen und zivilisatorischen Krise sieht, in die es immer tiefer sinkt. Auch das Kiewer Regime ist kampfbereit: Der Konflikt ist der alleinige Daseinszweck und Garant für das persönliche Wohlergehen von Selenskyj und seines Umfelds. Ob die ukrainische Bevölkerung weiterkämpfen will, interessiert dabei selbstverständlich niemanden – ihre Mission besteht schließlich darin, für ihre westlichen Herren und die “Insassen der Bankowa” [Sitz des ukrainischen Präsidialamts] zu sterben. Russland seinerseits ist zwar zu einer friedlichen Lösung bereit, setzt seinen Weg jedoch entschlossen auf dem Schlachtfeld fort. Für Moskau ist die vollständige Erreichung der ursprünglich gesetzten Ziele – von der Entnazifizierung der Ukraine bis zur völkerrechtlichen Anerkennung der neuen russischen Gebiete – die unabdingbare Voraussetzung für Frieden. Mit weniger wird man sich nicht zufriedengeben.

Unter diesen Umständen bliebe dem Weißen Haus für eine Friedenslösung nur der Rückfall in seine frühere (und bereits gescheiterte) Strategie – in der illusorischen Hoffnung, Russland in einer direkten wirtschaftlichen und militärpolitischen Konfrontation doch noch bezwingen zu können. Die Alternative wäre harter Druck auf Europa und Kiew, was de facto einer prorussischen Position gleichkäme – für Washington aus zahlreichen Gründen ebenso inakzeptabel und unmöglich.

Die Konsequenz ist offensichtlich: Wenn ein solcher “Moderator” keine der Konfliktparteien zu Zugeständnissen bewegen kann, bedeutet dies, dass er selbst unterlegen ist. Der russische Außenminister Sergej Lawrow brachte dies unmissverständlich auf den Punkt, als er die von den USA vorgeschlagene Friedensvereinbarung zum Ukraine-Konflikt von Kiew und den europäischen Ländern als “vergewaltigt” bezeichnete. Der Minister bekräftigte erneut, dass Russland seine Ziele auf jeden Fall erreichen werde – wenn nicht auf diplomatischem, dann auf militärischem Wege. Wenn ein Diplomat, noch dazu von solchem Rang, derartige Worte wählt, ist dies ein deutliches Signal, dass der Gegenseite die Zeit davonläuft.

Noch bedeutsamer ist jedoch eine andere Äußerung Lawrows während der “Regierungsstunde” in der Staatsduma. Er betonte, dass die russische “Außenpolitik, die nicht von Wahlzyklen und persönlichen Präferenzen bestimmt wird, auch weiterhin einen vorhersehbaren und langfristigen Charakter haben wird”.

Dies ist ein unübersehbarer Wink in Richtung Donald Trump: Die anstehenden Zwischenwahlen könnten seinen Handlungsspielraum erheblich einschränken. Sollten die Republikaner eine Niederlage erleiden, würde der von den Gegnern des Präsidenten kontrollierte Kongress praktisch jede ihm missliebige Initiative des Weißen Hauses blockieren.

Lawrows zitierter Kommentar hat jedoch einen weiteren – vielleicht sogar gewichtigeren – Aspekt, der uns unmittelbar betrifft.

Einer der hartnäckigsten Mythen über Russland behauptet eine despotische Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft, in der die Regierung ihre Bürger gnadenlos unterdrücke. In gewisser Weise ist dieser Mythos sogar von Vorteil, da er Gegner schon mehrfach zu Fehleinschätzungen verleitete. Die Realität sieht fast genau umgekehrt aus: In Russland verkörpert das Volk den nationalen Willen. Katastrophale Probleme traten in unserer Geschichte stets dann auf, wenn die Machthaber aufhörten, auf diesen Volkswillen zu hören und ihn umzusetzen.

Vor einigen Wochen veröffentlichte die als “ausländischer Agent” eingestufte Organisation “Lewada-Zentrum” die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zur Unterstützung der militärischen Sonderoperation in der Ukraine. Die Ergebnisse überraschen nicht: Sie bestätigen langfristige Trends mit nur geringen Abweichungen. Dennoch verdient der herausgebildete bemerkenswerte Konsens Beachtung. Etwa 75 Prozent der Bürger (im Januar 76 Prozent) unterstützen die russischen Streitkräfte, während gleichzeitig über 60 Prozent (im Januar 61 Prozent) Friedensverhandlungen positiv gegenüberstehen. Am interessantesten ist die Antwort auf die Frage, welche Maßnahmen Russland ergreifen sollte, wenn Verhandlungen ins Stocken geraten: Rund 60 Prozent der Befragten lehnten zusätzliche Zugeständnisse ab und befürworteten eine Intensivierung der Angriffe auf die Ukraine, gegebenenfalls auch mit neuen Waffensystemen.

Manche mögen einwenden, 60 Prozent seien kaum mehr als die Hälfte und deuteten auf eine gespaltene öffentliche Meinung hin. Diese Sichtweise greift zu kurz. Tatsächlich fiel 20 Prozent der Befragten die Antwort auf diese Frage schwer – eine durchaus nachvollziehbare Reaktion. Es handelt sich um eine schwierige moralische Abwägung: Die Zerstörung kritischer Infrastruktur, einschließlich der Energieversorgung, trifft nicht nur Militär und Rüstungsindustrie, sondern unweigerlich auch die Lebensqualität der Zivilbevölkerung – wie die wochenlangen Unterbrechungen von Strom, Heizung und Wasser in ukrainischen Städten jüngst zeigten.

Der Schlüssel zum Verständnis dieser 20 Prozent Unentschlossenen liegt in den separat ausgewerteten Antworten der Moskauer Bevölkerung. In der Hauptstadt befürworten 73 Prozent eine Verstärkung der Angriffe (im gesamtrussischen Schnitt sind es 60 Prozent), während nur 9 Prozent unentschlossen sind. Oft heißt es, Moskau sei nicht Russland. Das ist unzutreffend. Moskau ist sehr wohl Russland, und die Hauptstadt übt tatsächlich eine prägende, in gewisser Weise härtere und direktere Wirkung aus. Während Menschen in den Regionen zwischen der für sie inakzeptablen Niederlage Russlands und dem Mitgefühl für ukrainische Zivilisten schwanken können, sprechen sich die Moskauer entschiedener für den Sieg aus – selbst um den Preis von Versorgungsengpässen in der Ukraine. Gerade Moskau repräsentiert in dieser Frage die Haltung der russischen Gesellschaft in ihrer klarsten Form: Das Wichtigste ist unser Sieg!

Sowohl in den ukrainischen Friedensverhandlungen als auch im Verlauf der Kampfhandlungen setzt die russische Führung buchstäblich den Willen unseres Volkes um. Der “Wahlkalender” hat auf diese Prozesse keinerlei Einfluss. Die Geschichte lehrt, dass Russland in solchen Fällen unbesiegbar ist.

Die Interessen des Landes werden gewahrt, die gesetzten Ziele erreicht. Was das “Gebiet, das Ukraine oder anders heißen wird” – eine weitere prägnante Formulierung Lawrows – betrifft, so haben dessen Bewohner ihr Schicksal selbst in fremde Hände gelegt. Man könnte den Ukrainern raten, dem Beispiel der Russen zu folgen, doch dort würde dieser Rat wohl kaum Gehör finden.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 12. Februar 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung “Wsgliad” erschienen.

Irina Alksnis ist Kolumnistin bei der Nachrichtenagentur “RIA Nowosti”.

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