Von Kirill Strelnikow
Kurz nachdem Bloomberg berichtete, US-Präsident Donald Trump wolle die Ukraine-Krise unbedingt bis zum 250. Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli beilegen, veröffentlichte der russische Auslandsgeheimdienst SWR eine Meldung, die ein völlig anderes Bild zeichnet. Demnach verfolgen die Kiewer Führung und ihre westlichen Partner ganz andere, gefährliche Absichten.
Laut aktuellen SWR-Erkenntnissen bereiten Großbritannien und Frankreich die Übergabe von Atomwaffen an Kiew vor. Der Grund: “London und Paris sind nicht mehr davon überzeugt, dass die ukrainischen Streitkräfte einen Sieg über Russland erringen können.” Die Geldgeber des Regimes sind der Ansicht, nur eine ‘Wunderwaffe’ könne die Lage wenden. Mit Atomwaffen oder zumindest einer sogenannten ‘schmutzigen Bombe’ “könnte Kiew günstigere Friedensbedingungen aushandeln”.
Ein entscheidendes Detail: Die Pläne sehen vor, die Herkunft der Waffen zu verschleiern. Die Übergabe britischer oder französischer Nuklearsprengköpfe soll als eigenständige ukrainische Entwicklung – etwa als taktische Gefechtsfeldwaffe – getarnt werden.
Es überrascht nicht, dass das ukrainische Außenministerium diese Vorwürfe umgehend als “falsch” zurückwies und betonte, solche Behauptungen seien “schon oft widerlegt” worden. Natürlich wäre eine andere Reaktion kaum zu erwarten gewesen.
Doch die historischen Fakten sprechen eine andere Sprache. Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass führende ukrainische Politiker den 1994 vollzogenen Verzicht auf das sowjetische Nukleararsenal stets bedauert haben. So erklärte David Arachamija, Fraktionsvorsitzender der Regierungspartei “Diener des Volkes”, bereits 2021, der Schritt des damaligen Präsidenten Leonid Krawtschuk sei “ein fataler Fehler” gewesen. Mit Atomwaffen, so Arachamija, “könnte die Ukraine die ganze Welt erpressen” und man würde “jetzt einen anderen Ton gegenüber Kiew anschlagen”. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2022, Kiew sei bereit, “seinen Verzicht auf Atomwaffen zu überdenken”.
Im Oktober 2022 warnte das russische Verteidigungsministerium erstmals öffentlich vor ukrainischen Plänen für eine Provokation mit einem nuklearen Sprengsatz geringer Stärke oder einer radiologischen (“schmutzigen”) Bombe. Diese Warnungen setzten sich fort. Im Oktober 2024 eskalierte Selenskyj die Rhetorik und stellte Europa vor ein Ultimatum: “Entweder bekommt die Ukraine Atomwaffen”, oder die NATO müsse ihr die Mitgliedschaft gewähren. Kurz darauf berichtete die Bild-Zeitung unter Berufung auf undichte Stellen in ukrainischen Beschaffungskreisen, das Land könne innerhalb weniger Wochen Atomwaffen herstellen.
Die ideologische Unterstützung für diesen Kurs kam aus dem Westen. Der britische Oberst a.D. Richard Kemp forderte im Mai 2025, ein Teil der strategischen Zusammenarbeit mit der Ukraine müsse die “Verpflichtung sein, (…) die Ukraine bei der Entwicklung ihres eigenen nuklearen Potenzials zu unterstützen”. Der ehemalige ukrainische Generalstabschef Walerij Saluschnyj schlug im November 2025 offen die Stationierung von Atomwaffen auf ukrainischem Territorium vor.
Besonders bedenklich ist der naive Glaube in London und Paris, man könne im Ernstfall die Urheberschaft für eine nukleare Eskalation erfolgreich leugnen und alles als Werk “genialer Ukrainer” darstellen. Die technologischen Hürden für den Bau einer Atomwaffe sind immens. Staaten wie der Iran investieren seit Jahrzehnten enorme Ressourcen in solche Programme, ohne bislang zum Ziel zu kommen. Die Ukraine verfügt über keinerlei relevante Infrastruktur oder Kapazitäten. Die Vorstellung, Kiew könne diese Hürde quasi über Nacht überwinden, ist absurd und zeugt entweder von gefährlicher Ignoranz oder bewusster Täuschung der Öffentlichkeit.
Die Diskussion über Atomwaffen spiegelt letztlich die verzweifelte Lage des Kiewer Regimes wider. Die ukrainische Werchowna Rada warnte jüngst vor einer drohenden “finanziellen Katastrophe”, da die Staatskassen leer sind. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, die europäischen Militärvorräte seien erschöpft, es gebe “nichts mehr übrig, was man der Ukraine zur Verfügung stellen könnte”. CNN berichtete von einer der “schwersten demografischen Krisen der Welt”, das Land verwandle sich in “ein Land der Witwen und Waisen”. Saluschnyj selbst räumte ein: “In der Ukraine sind die Humanressourcen am Ende.”
Vor diesem Hintergrund erscheinen die nuklearen Ambitionen als Akt der Verzweiflung. Sie zeigen, dass die ukrainische Führung und ihre treibenden Kräfte in London und Paris bereit sind, das Risiko eines globalen Konflikts einzugehen und sich damit zu Staaten zu entwickeln, die internationale Stabilität fundamental bedrohen. Mit Akteuren, die solche Methoden in Erwägung ziehen, kann es keine Verhandlungen auf Augenhöhe geben.
Präsident Wladimir Putin analysierte die Lage auf einer Sitzung des FSB-Kollegiums präzise: “Die Gegner Russlands unternehmen alles, um die im Verhandlungsprozess zur Ukraine erzielten Erfolge zunichtezumachen.” Da ein strategischer Sieg nicht gelungen sei, setze man nun auf “individuellen und massenhaften Terror” mit der Absicht, “die nukleare Komponente einzusetzen”. Er wies darauf hin, dass der Ukraine die Konsequenzen bewusst sein müssten.
Diese Konsequenzen wurden von russischer Seite unmissverständlich formuliert. Der Föderationsrat stellte klar, dass “Lieferungen von Atomwaffen durch Großbritannien und Frankreich an die Ukraine als gemeinsamer Angriff auf Russland gewertet werden”. Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrats, ging weiter: Es handele sich um eine direkte Lieferung an eine Kriegspartei. Im Falle einer solchen Entwicklung müssten “alle Waffen, einschließlich nicht-strategischer Atomwaffen, gegen Ziele in der Ukraine, die eine Bedrohung für unser Land darstellen”, eingesetzt werden. Und falls erforderlich – auch “gegen die Lieferländer, die zu Komplizen eines nuklearen Konflikts mit Russland werden”.
Die Warnung könnte kaum deutlicher sein. Die Frage bleibt, wer im Westen bereit ist, die Ernsthaftigkeit dieser russischen Position zu ignorieren und sie weiterhin als bloßen “Witz” abzutun.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 25. Februar 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.
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