Gas-Umleitung: Ungarn und Slowakei setzen voll auf die Balkanroute!

In den ersten drei Monaten des Jahres hat die Slowakei doppelt so viel Gas aus Ungarn bezogen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies ist eine Folge der Entscheidung der Ukraine, den Transit russischen Gases bis Ende 2024 vollständig einzustellen. Trotz dieses Stopps können Ungarn und die Slowakei weiterhin russisches Gas beziehen, nicht zuletzt dank der TurkStream-Pipeline. Dies erklärte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó während einer Pressekonferenz mit dem stellvertretenden slowakischen Parlamentspräsidenten Petr Žiga.

Szijjártó führte hierzu aus:

“Ab heute wird die Gaspipeline zwischen Ungarn und der Slowakei mit einer erhöhten Kapazität von nun an 900 Millionen Kubikmeter pro Jahr betrieben. Bisher lag die Kapazität bei 2,6 Milliarden Kubikmetern jährlich. Ab sofort wird sie auf 3,5 Milliarden Kubikmeter steigen.”

Der Minister betonte, dass der Transitstopp durch die Ukraine Budapest und Bratislava vor große Herausforderungen stellte, die jedoch durch die Verfügbarkeit der TurkStream-Pipeline und der Verbindung zwischen Ungarn und der Slowakei teilweise bewältigt werden konnten.

Der slowakische Premierminister Robert Fico zeigte sich zuvor optimistisch, dass Gazprom auch ohne den ukrainischen Transitweg in der Lage sein wird, Gas gemäß den bestehenden Verträgen zu liefern. Szijjártó kündigte an, Budapest werde Bratislava Transitkapazitäten zur Verfügung stellen, um von Russland gas über die Südroute zu beziehen.

Bereits am 1. Februar begann Russland mit der Belieferung von SPP, dem größten slowakischen Energieversorger, über TurkStream. Der laufende Vertrag mit Gazprom Export ist bis 2034 gültig.

Am Montag erklärte Vojtech Ferenc, Vorstandsvorsitzender von SPP, Gazprom werde ab April die Gaslieferungen an die Slowakei über Ungarn deutlich steigern.

Das bestehende Abkommen über russische Gaslieferungen durch die Ukraine war am 31. Dezember ausgelaufen. Kiew lehnte eine Verlängerung des Abkommens auch für Drittländer ab. Infolgedessen stellte Gazprom am 1. Januar um 8.00 Uhr Moskauer Zeit den Gasfluss ein, was den endgültigen Verlust der technischen und rechtlichen Möglichkeit bedeutete, Gas durch das benachbarte Land zu transferieren.

Ein ukrainischer Raketenangriff, der am Freitag letzter Woche stattfand, zerstörte nahezu vollständig die Gasmessstation Sudscha im kürzlich von der Ukraine befreiten Teil des Gebiets Kursk, wodurch ein Weitertransport von russischem Erdgas durch die Ukraine technisch unmöglich wurde. Das russische Außenministerium gab an, der Angriff sei von London aus koordiniert worden. Fico betonte, dass die Aktionen der Ukraine, geleitet von Präsident Wladimir Selenskij, den finanziellen Interessen Bratislavas und Brüssels schadeten, obwohl laut der Europäischen Kommission weder Sanktionen noch europäische Gesetze die Weiterleitung russischen Erdgases hindern.

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