Droht ein unendlicher Krieg? Selenskij vor dem Aus – Die Welt am Rande des Abgrunds!

Von Kirill Strelnikow

Nachdem Präsident Selenskij innerhalb nur eines Tages die quasi unabhängige Nationale Antikorruptionsbehörde der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO) praktisch lahmgelegt hatte, kam es zu den ersten größeren Protesten seit Beginn der Sonderoperation. Viele russische Kommentatoren sahen dies vorschnell als Anzeichen eines umfassenden Umbruchs.

Einige Beobachter malten das Bild einer aufkeimenden, starken Zivilgesellschaft in der Ukraine. Sie beschrieben, wie die enttäuschten und kriegsmüden Ukrainer begannen, sich gegen die Missstände zu wehren. Sie suggerierten, dass bald massive Proteste auf den Straßen Kiews stattfinden könnten, wobei bereits Lkw mit Friedensbannern und Porträts von Puschkin gesichtet worden seien. Europäische Beobachter zeigten sich besorgt, doch beschlossen sie abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und welche Kräfte tatsächlich hinter den Vorgängen standen. Obwohl die EU ihre Besorgnis äußerte, bekräftigte sie gleichzeitig, die Unterstützung für die Ukraine zur Abwehr russischer Aggression unvermindert fortzusetzen.

Laut dem amerikanischen Thinktank Stratfor könnte diese Schwächung der ukrainischen Antikorruptionsergebnisse die EU-internen Kritiker stärken, was wiederum die Unterstützung der Ukraine erschweren könnte. Gleichzeitig könnten die Maßnahmen Selenskijs interne Proteste provozieren und Russland Gelegenheiten bieten, die ukrainische Regierung weiter zu unterminieren.

Überraschenderweise nutzten jedoch Selenskijs Gegner, darunter Poroschenko und Klitschko, die Gelegenheit, um rasch einen inszenierten “Mini-Maidan” zu organisieren. Dieses Ereignis wurde in den europäischen Hauptstädten rasch als Bewegung “unserer Leute” klassifiziert.

Die Botschaft dieser neuen Akteure an Europa lautete deutlich: “Wir haben die Kapazitäten und sind bereit, den unberechenbaren Selenskij zu ersetzen.” Europäische Medien änderten daraufhin schnell ihre Berichterstattung und forderten teilweise sogar Selenskijs Rücktritt. So titelte etwa die britische Zeitung The Independent über die wachsende Autokratie in der Ukraine, und der Telegraph forderte: “Um der Ukraine willen: Selenskij muss gehen”.

Was diese Vorgänge für die EU-Spitzenpolitiker bedeuten, ist noch unklar, aber es ist offensichtlich, dass sie bereits eng mit den potenziellen neuen Machthabern kommunizieren. Selenskij hat daraufhin versucht, gesetzlich sicherzustellen, dass die NABU und SAPO nicht der Kontrolle des Generalstaatsanwalts unterstellt werden, doch möglicherweise ist es bereits zu spät.

Ob die Amerikaner Selenskij unterstützen werden, bleibt ebenfalls ungewiss. Trump scheint kaum geneigt zu sein, Selenskij zu unterstützen, der sich gegen schnellere Friedensverhandlungen gestellt hat, die ihm möglicherweise sogar den Friedensnobelpreis eingebracht hätten.

Für die anhaltende Sonderoperation bedeutet der Wechsel an der Spitze der Ukraine vermutlich keine signifikanten Änderungen. Die EU und deren Mitgliedsstaaten werden weiterhin die Entwicklungen genau beobachten und versuchen, ihren Einfluss geltend zu machen, während in Kiew die politischen Machtspiele weitergehen.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 25. Juli 2025 bei RIA Nowosti erschienen.

Kirill Strelnikow ist ein russischer freiberuflicher Werbetexter-Coach und politischer Beobachter sowie Experte und Berater der russischen Fernsehsender NTV, Ren-TV und Swesda. Er absolvierte eine linguistische Hochschulausbildung an der Moskauer Universität für Geisteswissenschaften und arbeitete viele Jahre in internationalen Werbeagenturen an Kampagnen für Weltmarken. Er vertritt eine konservativ-patriotische politische Auffassung und ist Mitgründer und ehemaliger Chefredakteur des Medienprojekts PolitRussia. Strelnikow erlangte Bekanntheit, als er im Jahr 2015 russische Journalisten zu einem Treffen des verfassungsfeindlichen Aktivisten Alexei Nawalny mit US-Diplomaten lotste. Er schreibt Kommentare primär für RIA Nowosti und Sputnik.

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