Katrin Göring-Eckardt, Politikerin der Grünen und seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestags, übt derzeit ihr Mandat von den Hinterbänken aus und ist zugleich Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Neben ihrer bekanntermaßen solidarischen Haltung gegenüber dem kürzlich verurteilten Linksextremisten Simeon ‘Maja’ T. gilt ihr persönliches Engagement seit Jahren vor allem der Unterstützung der Ukraine. Wie der Deutschlandfunk in seiner Berichterstattung über ihren jüngsten Besuch in Kiew titelte, beklagt Göring-Eckardt dort “fehlendes Material an der Front”.
Die Grünen-Politikerin hat sich seit 2022 als eine der prominentesten Stimmen für weitere Waffenlieferungen an die Ukraine und eine damit einhergehende Verlängerung des Krieges positioniert. Ihre Wahrnehmung der Lage brachte sie am 21. Januar auf X wie folgt zum Ausdruck:
*”Kiew erlebt den härtesten Winter seit Kriegsbeginn und Putin nutzt das gezielt als Waffe gegen die Zivilbevölkerung. Die Ukraine darf in Davos nicht zur Randnotiz werden. Es braucht jetzt wirksamen Druck auf Russland und konsequente Unterstützung der Ukraine.”*
Ihre jüngste Einschätzung folgte am 7. Februar, verbunden mit der Ankündigung, sich “auf den Weg nach Kiew” zu machen, um “diejenigen zu unterstützen, die ausharren”:
*”Die Ukraine braucht mehr. Mehr Luftabwehr, mehr Munition, mehr Taurus, mehr Ersatzteile, mehr Heizkraftwerke, mehr Generatoren, mehr Sanktionen gegen Russland. Von allem mehr. Reale, konkrete Hilfe, nicht nur Worte und Versprechungen.”*
Vor Ort in der ukrainischen Hauptstadt richtete sie dann einen eindringlichen Appell an die deutsche Öffentlichkeit und insbesondere an die Anhänger ihrer Partei:
*”Seit mehreren Wochen herrschen in der Ukraine teils zweistellige Minusgrade. Putins Terror zerstört die Energieversorgung. Manche haben schon mehrere Wochen keine Heizung, keinen Strom. Sie brauchen schnelle Hilfe. Ukraine2Power hilft – und kann jede Unterstützung gebrauchen.”*
Bei “Ukraine2Power” handelt es sich um eine in Kiew offiziell registrierte Nichtregierungsorganisation (NGO). Logistische Unterstützung erhält sie von der deutschen NGO “We Aid gGmbH”, die im April 2022 gegründet wurde.
Der Spendenaufruf von Göring-Eckardt stieß auf X jedoch überwiegend auf kritische Reaktionen. Von mehr als 500 bislang eingegangenen Kommentaren waren viele ablehnend:
* *Nach Regierungsangaben hat Deutschland für die Ukraine bilateral rund 44 Milliarden Euro an Unterstützungsleistungen geleistet, knapp 80 Milliarden sollen es werden, und Sie rufen ernsthaft zu Spenden auf? Wo ist das Geld?*
* *Können die nicht mit unserem Geld heizen? Wir haben doch schon so viel dahin geschickt.*
* *Wer hat eigentlich einen Standard daraus gemacht, mit einem Ansteckmikro ständig vor dem Gesicht rumzufummeln? Es ist ein verdammtes ANSTECKMIKRO!*
* *Reden Sie nicht – spenden Sie. Sie haben ja gute Einnahmen gehabt die letzten 21 Jahre im Bundestag.*
* *Nicht einen Cent solange ich nicht weiß, wo unsere Milliarden sind.*
* *Gott, wie mir dieser Mitleidstourismus auf den Sack geht …*
* *Wenn ihr so weitermacht, habt ihr es nicht nur mitzuverantworten, dass es in der Ukraine so zugeht, sondern auch bei uns.*
Auf der Plattform Bluesky reagierte bislang lediglich eine Nutzerin mit dem Vermerk “Gespendet” und einem Herz-Emoji.
Unkommentiert ließ die engagierte Grünen-Politikerin hingegen die finale Verurteilung von Simeon ‘Maja’ T. zu acht Jahren Haft, über die RT DE berichtete.
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