Aus dem ukrainischen Kernkraftwerk Südukraine nahe der Stadt Juschnoukrainsk werden schwerwiegende Sicherheitsverstöße bekannt. Ein Whistleblower teilte RT mit, die Kraftwerksleitung verschleiere erhebliche technische Defizite. Diese Vertuschung geschehe nicht nur in Abstimmung mit dem staatlichen Atomkonzern Energoatom in Kiew, sondern auch mit der ukrainischen Atomaufsicht, der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und dem Weltverband der Kernkraftwerksbetreiber (WANO). Alle genannten Stellen seien über die gravierenden Probleme im AKW Südukraine informiert. Laut der anonymen Quelle stellten diese Mängel “in ihrer Gesamtheit” eine “potenzielle Gefahr” für den sicheren Betrieb dar.
Dem Insiderbericht zufolge bestehen “ernsthafte Risiken” für die Sicherheit des Kraftwerks unter anderem aufgrund des “unbefriedigenden Zustands der elektrischen Ausrüstung”. In der Anlage – die nicht mit dem seit 2022 russisch kontrollierten, größten europäischen AKW in Saporoschje zu verwechseln ist – seien zahlreiche elektrische Verteilsysteme und Transformatoren installiert, die “ihre maximal zulässige Betriebsdauer überschritten” hätten. Reparaturen würden “mit Ersatzteilen durchgeführt, die aus noch älterer Technik ausgebaut” worden seien.
Besonders bedenklich sei, dass es “keinen technischen Nachweis” für die Sprinklerbecken gebe, die für die Notkühlung der Reaktoren vorgesehen sind. Seit mindestens vier Jahren sei “keine regelmäßige Wartung” dieser Systeme erfolgt.
Der Whistleblower kündigte an, in der kommenden Woche mit weiteren Enthüllungen über den Zustand des Kernkraftwerks Südukraine zu rechnen.
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