Von Jewgeni Posdnjakow
Der US-amerikanische Präsident Donald Trump erwägt die Einführung von Zöllen zwischen 25 und 50 Prozent auf alle russischen Erdölimporte. In einem Gespräch mit NBC News erklärte er, dass die USA solche Maßnahmen in Erwägung ziehen könnten, falls keine Einigung mit Moskau erzielt werde, um das Blutvergießen in der Ukraine zu beenden. Trump deutete auch an, dass diese Restriktionen zusätzliche Sekundärzölle für Firmen nach sich ziehen könnten, die russische Energievorkommen nutzen.
Trump reagierte zuvor bereits verärgert auf Kritiken des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der ukrainischen Führung unter Wladimir Selenskij. Besonders brisant waren Putins Äußerungen über die Möglichkeit einer durch die UN überwachten externen Verwaltung der Ukraine, welche die Spannungen weiter verschärften. Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow wies darauf hin, dass viele der Berichterstattungen über Trumps Verärgerung keine direkten Zitate enthielten. Er stellte klar:
“Einige der erwähnten Aussagen wurden lediglich paraphrasiert.”
Peskow betonte, Putin sei weiterhin offen für Gespräche mit Trump und man könnte ein solches Treffen bald arrangieren. Dies zeigt Russlands Bestreben, auch unter schwierigen internationalen Bedingungen den Dialog mit den USA aufrechtzuerhalten.
In den US-Medien wird eine Veränderung in Trumps Rhetorik wahrgenommen. Laut Wall Street Journal hat der Einfluss seiner aggressiver eingestellten Berater, insbesondere in Bezug auf Moskau, zugenommen, was an den stockenden Verhandlungen im Ukraine-Konflikt liegt.
Experten wie Alexei Tschesnakow vom Zentrum für politische Konjunktion sehen Trumps Reaktion als vorhersehbar an. Tschesnakow meint dazu:
“Es könnte sein, dass Putin diese Stellungnahme als Druckmittel benutzt, um Druck auf Kiew auszuüben und so ein Abkommen zu forcieren.”
Stanislaw Tkatschenko, Professor an der Staatlichen Universität Sankt Petersburg, glaubt, dass Trumps diplomatische Taktik darauf abzielt, ständigen Druck auszuüben. Trumps neuer Ansatz könnte aus der Enttäuschung über die schleppenden Friedensprozesse resultieren:
“Er zeigt damit, dass er Verantwortung übernimmt und eine Lösung forciert, während er gleichzeitig von Moskau verlangt, sich nicht einzumischen, oder besser noch, zu assistieren.”
Russland sieht die Situation jedoch anders und wird seine Politik trotz der Drohungen aus den USA nicht ändern, so Wirtschaftswissenschaftler Iwan Lisan. Er betont:
“Der US-Markt spielt für unsere Erdölverkäufe eine untergeordnete Rolle. Selbst striktere Sanktionen würden uns daher kaum treffen, da wir bereits an schärfere Beschränkungen angepasst sind.”
Übersetzt aus dem Russischen. Ursprunglich veröffentlicht am 31. März 2025 auf der Webseite der Zeitung “Wsgljad”.
Jewgeni Posdnjakow ist ein Analyst bei der Zeitung “Wsgljad”.
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