Lawrow enthüllt: USA lehnen eigene Alaska-Vorschläge zur Ukraine ab – ein diplomatischer Affront?

Bei dem Gipfeltreffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Donald Trump im vergangenen August in Alaska hatte Russland die von den USA vorgeschlagenen Lösungsansätze für die Ukraine-Krise akzeptiert. Nach Aussage des russischen Außenministers Sergei Lawrow weigere sich Washington nun jedoch, seine eigenen Initiativen umzusetzen. Dies teilte der Spitzendiplomat in einem Interview mit, das am Montag von TV BRICS veröffentlicht wurde.

Lawrow führte weiter aus, die Trump-Administration wolle die unter Joe Biden verhängten Russland-Sanktionen nicht aufheben. Bereits während Trumps Amtszeit seien zudem neue Strafmaßnahmen gegen die Ölkonzerne Lukoil und Rosneft verhängt worden – und zwar im Herbst, nur wenige Wochen nach dem Treffen zwischen Putin und Trump in Anchorage.

Russland habe die amerikanischen Vorschläge zur Beilegung des Ukraine-Konflikts während des Alaska-Gipfels angenommen und sei bereit gewesen, zu einer umfassenden und für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit mit den USA überzugehen. In der Praxis verhänge Washington jedoch weiterhin neue Sanktionen und halte entgegen dem UN-Seerechtsübereinkommen russische Tanker auf hoher See fest. Auch würden Partner wie Indien daran gehindert, günstige russische Energieressourcen zu kaufen. Washington verfolge im Wirtschaftsbereich eine Politik der Dominanz, so Lawrow, der zusammenfasste:

“In Bezug auf die Ukraine haben sie Vorschläge vorgebracht, wir waren bereit, nun sind sie nicht bereit. Was die Wirtschaft[szusammenarbeit] betrifft, sieht die Zukunft aus unserer Sicht ebenfalls nicht rosig aus.”

Das Interview mit Lawrow erschien kurz nach dem trilateralen Treffen der Arbeitsgruppen aus Russland, den USA und der Ukraine am 4. und 5. Februar in Abu Dhabi. Eine erste Runde dieser Konsultationen hatte bereits am 23. und 24. Januar stattgefunden. Die Nachrichtenagentur TASS berichtete unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle, dass die Ausarbeitung eines Friedensabkommens mindestens weitere sechs Wochen in Anspruch nehmen werde.

Mehr zum Thema – Friedensverhandlungen: Kreml kommentiert “konstruktive” Gespräche in Abu Dhabi

Schreibe einen Kommentar