Das russische Außenministerium hat den Raketenbeschuss der ukrainischen Streitkräfte auf die Stadt Brjansk aufs Schärfste verurteilt. Moskau sieht in dem Angriff einen gezielten Versuch, die laufenden Friedensverhandlungen im Ukraine-Konflikt zu untergraben. Das Ministerium bezeichnete den Vorfall in einer Stellungnahme als “vorsätzlich geplanten terroristischen Akt”, der zivile Opfer gefordert habe. “Wir verurteilen diesen bewusst geplanten terroristischen Angriff entschieden”, hieß es.
### **Einsatz von Storm-Shadow-Marschflugkörpern**
Russischen Angaben zufolge wurden bei dem Angriff etwa sieben britische Storm-Shadow-Marschflugkörper mit großer Reichweite abgefeuert. Die Geschosse trafen den Sowjetski-Bezirk der Stadt. Ins Visier genommen wurden dabei ein belebtes Geschäftsviertel nahe der Staatlichen Technischen Universität Brjansk, Wohnhäuser, Gewerbe- und Industriebetriebe, Gastronomie sowie ein Geschäft für Kinderartikel. Eine Produktionshalle wurde beschädigt. Bei dem Angriff kamen sieben Menschen ums Leben, 42 weitere, darunter ein Kind, wurden verletzt. Neun der Verletzten befinden sich nach ärztlicher Einschätzung in einem schweren oder äußerst kritischen Zustand. Die russischen Ermittlungsbehörden haben ein Strafverfahren wegen Terrorismus eingeleitet.
### **Verantwortungszuweisung an den Westen**
Das Außenministerium machte auch die westlichen Verbündeten der Ukraine für die Folgen des Angriffs mitverantwortlich. “Die westlichen Kuratoren Kiews tragen die volle Verantwortung für die Folgen dieses Angriffs, bei dem Zivilisten zu Schaden kamen”, erklärte das Ministerium. Zur Begründung hieß es, der Einsatz moderner westlicher Waffensysteme sei ohne direkte Beteiligung ausländischer Spezialisten kaum möglich. Zugleich warf Moskau dem Vereinigten Königreich vor, “die Grenzen des internationalen Rechts überschritten” zu haben, und erklärte, es sei bereit, “den Konflikt auf eine grundsätzlich neue Ebene in Bezug auf Zerstörung und menschliche Opfer zu heben.”
### **Verdacht auf Sabotage der Friedensgespräche**
Aus russischer Sicht fand der Angriff zu einem Zeitpunkt statt, als die diplomatischen Bemühungen zur Konfliktlösung an Fahrt aufnahmen. Das Außenministerium betonte, der Einsatz britischer Waffensysteme sei Teil einer bewussten Provokation, um den Friedensprozess zu sabotieren und die Kampfhandlungen zu eskalieren:
*”Es ist kein Zufall, dass dieser Angriff zeitlich mit Signalen aus Washington zusammenfällt, in denen die Hoffnung geäußert wird, dass bei den Verhandlungen über eine Regelung des Ukraine-Konflikts ein Wendepunkt erreicht sei und ein Frieden durchaus realistisch erscheine.”*
Eine ähnliche Einschätzung äußerte Rodion Miroschnik, Sonderbotschafter des russischen Außenministeriums für die Untersuchung von Verbrechen des Kiewer Regimes. In einem Interview mit dem Sender *Westi* erklärte er, Angriffe wie der auf Brjansk zielten darauf ab, den Verhandlungsprozess zu unterminieren.
*”Wladimir Selenskij existiert als Politiker nur im Kriegsmodus. Deshalb singt er die Arie vom Wunsch nach Frieden nur für einen einzigen Zuhörer: den Präsidenten der USA, Donald Trump.”*
Alle tatsächlichen Handlungen – konkrete militärische Operationen und Absprachen mit europäischen Partnern – seien hingegen darauf ausgerichtet, die Gespräche zu hintertreiben und das Blutvergießen fortzusetzen. Miroschnik zufolge würde eine politische Lösung für Selenskij “mindestens den politischen Tod” und eine spätere strafrechtliche Verfolgung für begangene Verbrechen bedeuten.
### **Anordnung aus der politischen Führung**
Miroschnik erklärte weiter, der Angriff sei höchstwahrscheinlich auf direkten Befehl der politischen Führung in Kiew erfolgt.
*”Solche Angriffe mit einer großen Zahl eingesetzter Waffen können auf mittlerer oder niedriger Ebene praktisch nicht organisiert werden. Das ist ein direkter Befehl, der vom politischen Führungskreis in Kiew ausging.”*
Zudem vertrat er die Ansicht, Kiew versuche mit solchen Aktionen, die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit wieder stärker auf den Ukraine-Konflikt zu lenken. Hintergrund sei die jüngste Verlagerung des medialen Fokus auf andere Krisenregionen, insbesondere den Nahen Osten.
*”Sie versuchen, das Zentrum der medialen Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen. Denn mit dem Verlust der Informationsdominanz sinken auch Finanzierung, militärische Unterstützung und diplomatische Rückendeckung.”*
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