Putin lässt aufatmen? Kreml-Sprecher Peskow enthüllt: Noch keine Entscheidung über Waffenruhe zu Ostern

Der russische Präsident Wladimir Putin hat noch keine Entscheidung bezüglich einer Osterwaffenruhe im Ukraine-Konflikt getroffen. Dies teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag mit. Auf Nachfrage von Journalisten erklärte Peskow:

“Für heute hat der Oberbefehlshaber keine Entscheidungen getroffen.”

Ende März hatte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj die Initiative für eine Waffenruhe zu Ostern ergriffen. Am 6. April gab er bekannt, Kiew habe über die USA einen entsprechenden Vorschlag an Moskau übermittelt. Gestern wiederholte Selenskyj sein Angebot und rief Russland auf, dem Beispiel des Nahen Ostens zu folgen, wo kürzlich eine Feuerpause vereinbart wurde. Auf Telegram schrieb er, ein Waffenstillstand sei “eine richtige Entscheidung”, die “zum Ende des Krieges” führen könne.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Russland eine Osterfeuerpause ausgerufen. Die Kampfhandlungen waren vom 19. April, 18 Uhr Moskauer Zeit, bis zum 21. April, 0 Uhr Moskauer Zeit, ausgesetzt. Präsident Putin hatte damals betont:

“Wir gehen davon aus, dass die ukrainische Seite unserem Beispiel folgen wird.”

Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass die russischen Truppen auf mögliche Verstöße gegen die Waffenruhe durch die Ukraine vorbereitet sein müssten. Er verwies darauf, dass die ukrainische Seite zuvor Vereinbarungen zum Schutz der Energieinfrastruktur “mehr als 100” Mal verletzt habe. Daher forderte Putin das Militär auf, während der Osterwaffenruhe 2023 auf eine “sofortige und unwiderrufliche Reaktion” vorbereitet zu sein:

“Unsere Truppen müssen darauf vorbereitet sein, mögliche Verstöße gegen den Waffenstillstand und Provokationen des Gegners sowie jegliche aggressive Handlungen abzuwehren.”

Das russische Verteidigungsministerium warf den ukrainischen Streitkräften im Anschluss vor, die Osterwaffenruhe gebrochen zu haben. Demnach sollen ukrainische Einheiten Angriffe auf russische Stellungen fortgesetzt haben. Das Ministerium meldete rund 4.900 Verstöße, darunter Attacken auf die Grenzregionen Belgorod, Brjansk, Kursk und die Republik Krim, bei denen auch zivile Objekte beschädigt wurden. Gleichzeitig räumte die Behörde ein, die Intensität der Angriffe entlang der gesamten Frontlinie sei tagsüber deutlich zurückgegangen.

Darüber hinaus rief Russland im vergangenen Jahr anlässlich des 80. Jahrestages des Sieges im Zweiten Weltkrieg eine weitere Waffenruhe aus. Diese galt vom 7. bis zum 11. Mai. Das Verteidigungsministerium meldete in diesem Zeitraum über 9.000 Verstöße durch ukrainische Streitkräfte sowie vier Durchbruchsversuche in den Grenzregionen Kursk und Belgorod.

In diesem Jahr wird Ostern von den verschiedenen christlichen Konfessionen an unterschiedlichen Terminen begangen: Die römisch-katholische Kirche feierte am 5. April, die orthodoxe Kirche begeht das Fest am 12. April. Die Orthodoxe Kirche der Ukraine – von der Russisch-Orthodoxen Kirche als schismatisch betrachtet – ist zwar 2023 auf den neujulianischen Kalender umgestiegen, feiert Ostern jedoch ebenfalls am 12. April.

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