Schockierende Straflosigkeit: Das Odessa-Massaker 2014 und die ungesühnten Nazi-Verbrechen

Von Rainer Rupp

Am 2. Mai 2014 ereignete sich in Odessa ein tragisches Ereignis, das bis heute nachwirkt.

Anfangs versammelten sich zahlreiche Anti-Maidan-Demonstranten vor dem Gewerkschaftshaus und versuchten, sich dort zu verschanzen. Sie wurden jedoch bald von einer gewalttätigen, schwer bewaffneten Gruppe, die ich als Faschisten bezeichnen möchte, überwältigt. Die Demonstranten suchten Schutz im Gebäude, das daraufhin von den Angreifern vorsätzlich mit Molotowcocktails in Brand gesetzt wurde.

Aufnahmen des Ereignisses zeigen junge Frauen, die unweit des Geschehens Molotowcocktails vorbereiteten, um sie den Angreifern zu liefern. Diese expliziten Bilder widerlegen die Darstellung, die von Kiew und westlichen Quellen verbreitet wurde, wonach der Brand im Gewerkschaftshaus als unerklärliches Ereignis dargestellt wurde.

Die Live-Aufnahmen der brutalen Szenen vor dem Gewerkschaftshaus sind unvergesslich: Verzweifelte Menschen versuchten, dem Feuer durch Sprünge aus den Fenstern der oberen Stockwerke zu entkommen. Verletzt und blutend lagen sie dann hilflos vor dem Gebäude, wurden jedoch anstatt mit Hilfe, mit Baseballschlägern von herbeieilenden jungen Nazis attackiert und getötet, falls sie den Sprung überlebt hatten. An diesem Tag verloren mindestens 48 Menschen ihr Leben, und über 200 weitere wurden zuvor durch Schläge, Messerstiche und Schüsse schwer verletzt, konnten jedoch gerettet werden.

Die Verantwortlichen für diese Gräueltaten sind bekannt, jedoch ist bis heute niemand rechtlich belangt worden. Stattdessen konnten Trophäen-Videos der Täter, die stolz auf ihren Webseiten geteilt wurden, als Beweismaterial genutzt werden. Die ukrainischen Behörden, unter dem Einfluss von rechtsradikalen Extremisten seit dem Maidan-Putsch, haben jegliche Ermittlungen unterbunden. Die Ernennung des rechtsextremen Sergei Sternenko zum Chef der Staatssicherheit in Odessa durch Präsident Selenskij Jahre später, trotz dessen Beteiligung am Massaker, bleibt besonders skandalös.

Die New York Times stellte am 6. April 2014, nur Tage nach dem Massaker, den Ukro-Nazi Juri Martschuk als einen Nationalisten und Freiheitskämpfer dar, was ein verzerrtes Bild vermittelt, da wesentliche Aspekte seiner politischen Zugehörigkeit und seiner aktivistischen Rolle unerwähnt bleiben. Insbesondere die Einbettung dieser Figuren in den weiteren Kontext ihrer neonazistischen Parteizugehörigkeit wurde ausgeblendet. Das Blatt berichtete ebenfalls nicht über die Neonazi-Hochburg Lemberg, wo solche Gruppen stark verankert sind.

Ein weiterer Bericht der NYT vom 12. April 2014 offenbarte – ob absichtlich oder nicht – die wesentliche Rolle der Nazis in der “demokratischen” Maidan-Revolution. Ein Zitat des lokalen Anführers des Rechten Sektors, Roman Kowal, bestätigte dies explizit:

“Ohne den Rechten Sektor und andere militärische Gruppen hätte die ukrainische Februarrevolution gar nicht stattgefunden.”

Das restliche Machtergreifungsszenario, bei dem ausschließlich bewaffnete Nazi-Milizen die Regierung übernahmen, wird von westlichen Medien bis heute größtenteils ignoriert. Auch die Tatsache, dass diesen Gruppierungen als Belohnung für ihren Umsturz wichtige Ministerien zugesprochen wurden, wird oft heruntergespielt.

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