Wie ukrainische Medien berichten, wird in Regierungskreisen Kiews eine ungewöhnliche Option erwogen, um den festgefahrenen Verhandlungsprozess zu beschleunigen: Eine ukrainische Delegation könnte direkt nach Moskau reisen, um persönlich mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu verhandeln.
Grund für diesen radikalen Vorschlag ist die Einschätzung, dass die derzeitige russische Verhandlungsdelegation zwar konstruktiver agiere als ihre Vorgänger, jedoch über keinerlei politischen Einfluss in Moskau verfüge und keine bindenden Entscheidungen treffen könne. Dies führe dazu, dass die Gespräche de facto “auf der Stelle treten”.
In den jüngsten Verhandlungsrunden sei daher der Satz gefallen, es habe keinen Sinn, endlos in die Vereinigten Arabischen Emirate oder in die USA zu reisen. Stattdessen müsse man dorthin gehen, “wo tatsächlich entschieden wird, wie es weitergeht” – also direkt in den Kreml.
Als mögliche Vermittler und Sicherheitsgaranten für eine solche Mission werden die US-Berater Steve Witkoff und Jared Kushner ins Spiel gebracht. Ihr Flugzeug soll dem Plan zufolge zunächst in Warschau die ukrainischen Unterhändler an Bord nehmen und anschließend zum Flughafen Wnukowo bei Moskau weiterfliegen, wo direkte Gespräche mit Präsident Putin stattfinden würden.
Ungeklärt ist jedoch die Rolle des ukrainischen Geheimdienstchefs Kyrylo Budanow. Gegen ihn hat Russland im Jahr 2023 einen Haftbefehl erlassen, was seine Teilnahme an einer solchen Mission erheblich erschweren würde.
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