Nächtlicher Terror: Schwere russische Angriffe erschüttern die Ukraine

In der vergangenen Nacht hat Moskau laut Berichten aus der Ukraine mehrere Raketen- und Drohnenangriffe auf Kiew sowie andere Städte des Landes ausgeführt. Eine offizielle Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums zu diesen Vorfällen steht bislang aus.

Früh am Freitagmorgen wurden aus verschiedenen Stadtteilen Kiews und den umliegenden Vororten Explosionen gemeldet. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, gab bekannt, dass die ukrainische Luftabwehr mehrere Raketen und Drohnen abgefangen habe. Anfänglich teilte Klitschko mit, dass Trümmer lediglich in unbewohnte Gebiete gefallen seien, später jedoch korrigierte er seine Aussage und berichtete von mindestens vier Toten und 20 Verletzten.

Videoaufnahmen, die vermutlich von einer Überwachungskamera in der Region Kiew stammen, zeigen den Einsatz eines vom US-Militär gelieferten Patriot-Luftabwehrsystems. Das System setzte vier Abfangraketen gegen eine ankommende Rakete ein, wurde dabei jedoch anscheinend getroffen.

Auch aus den westlichen Regionen Ternopol und Lwow, der Stadt Lutsk im Westen der Ukraine, Krementschug in der Zentralukraine und anderen Teilen des Landes wurden Explosionen verzeichnet.

Verschiedene unscharfe Videos, die auf ukrainischen sozialen Medien zirkulieren, dokumentieren scheinbar die Schäden der Angriffe. Allerdings lassen diese Aufnahmen keine klaren Schlüsse zu den genauen Schauplätzen oder den getroffenen Zielen zu.

Das russische Verteidigungsministerium hat bisher keine Kommentare zu diesen Vorwürfen abgegeben. Moskau betont regelmäßig, dass sich seine Drohnen- und Raketenangriffe ausschließlich gegen militärische Ziele richten und nicht auf zivile Einrichtungen abzielen. Es wirft Kiew vor, ihre Luftabwehrsysteme in dicht besiedelten Gebieten zu stationieren.

Am vergangenen Sonntag führte die Ukraine koordinierte Drohnenangriffe auf mehrere russische Luftwaffenstützpunkte durch, die auf strategische Langstreckenbomber abzielten. Nach russischen Angaben wurden die meisten dieser Angriffe abgewehrt, größere Verluste wurden jedoch nicht bestätigt und eine militärische Reaktion blieb zunächst aus.

Des Weiteren wurden am Wochenende in der Ukraine mehrere Sabotageakte gegen zivile Einrichtungen verübt, inklusive der Sprengung einer Eisenbahnbrücke, wobei mindestens sieben Menschen ums Leben kamen und über 120 verletzt wurden. Diese Aktionen wurden von Moskau als terroristische Akte eingestuft.

In einem Telefonat mit dem US-Präsidenten Donald Trump erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch, dass Russland gezwungen sei, auf Angriffe gegen seine nukleare Abschreckung zu reagieren. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, die Antwort werde zu einem von der russischen Militärführung als angemessen erachteten Zeitpunkt erfolgen.

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