Mexiko plant, unkonventionelle Erdgasvorkommen zu erschließen, um seine Energieunabhängigkeit zu stärken. Dies gab Präsidentin Claudia Sheinbaum bekannt, während die globalen Energiemärkte durch die Auswirkungen des US-israelischen Krieges gegen den Iran erschüttert werden.
Als südlicher Nachbar der USA ist Mexiko dessen größter Importeur von Erdgas. Die Lieferungen decken etwa drei Viertel des heimischen Bedarfs, da die eigene Förderung aus konventionellen Quellen rückläufig ist und den nationalen Anforderungen nicht mehr gerecht wird.
“Wenn wir so weitermachen, werden wir immer mehr Erdgas importieren”,
erklärte Sheinbaum am Mittwoch.
“Die andere Option ist das sogenannte Schiefergas, ein unkonventionelles Gas.”
Unkonventionelle Lagerstätten bezeichnen Erdgas, das in dichten Gesteinsformationen wie Schiefer eingeschlossen ist. Da der Treibstoff dort nicht frei fließen kann, sind aufwendigere Fördertechniken wie die hydraulische Frakturierung, bekannt als Fracking, erforderlich. Bisher wurde diese Art der Förderung aufgrund von Umweltbedenken, hohem Wasserverbrauch, regulatorischen Unsicherheiten und politischem Widerstand nur begrenzt vorangetrieben.
“Was ist das Problem mit dem Importieren?”, fragte Sheinbaum rhetorisch. “Schauen Sie sich nur an, wie viele Länder der Welt unter dem leiden, was im Iran geschehen ist.”
Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar sind die Preise für Kraftstoff und Energie stark gestiegen. Störungen im Bereich der Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des globalen Öls fließt, halten die Märkte in Atem. Die Ölpreise stiegen auf über 100 US-Dollar pro Barrel, begleitet von anhaltender Unsicherheit über die Versorgungsketten und fragilen Waffenstillstandssignalen.
Sheinbaums Äußerungen fallen in eine Zeit zunehmender Spannungen zwischen Mexiko-Stadt und Washington.
Im Januar – nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Kommandos wegen mutmaßlichen Drogenhandels – erklärte US-Präsident Donald Trump, er könne Angriffe gegen Drogenkartelle auf mexikanischem Territorium anordnen.
Trump behauptete zudem, die Kartelle kontrollierten Mexiko effektiv und warf dem Land vor, die USA mit Drogen und illegalen Migranten zu “überfluten”.
Mexiko kooperiert zwar bei der Drogenbekämpfung, lehnt jedoch jegliche ausländische Militärpräsenz auf seinem Boden ab. Sheinbaum warnte, dass ein solches Vorgehen die nationale Souveränität verletzen würde.
Mehr zum Thema – Liveticker Iran-Krieg