Im Zusammenhang mit dem Skandal um mutmaßlich vertuschte Vergewaltigungen in einem Jugendklub in Neukölln hat die Berliner Staatsanwaltschaft derzeit kein Ermittlungsverfahren gegen die Neuköllner Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt eingeleitet. Dies berichtete die *Junge Freiheit* am Dienstag. Diese Entwicklung erhöht nun den Druck auf Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), die zuvor ein solches Verfahren gegen die Linken-Politikerin angekündigt hatte und nun offenbar eine Kehrtwende vollzogen hat.
Den Ausgangspunkt der Affäre bilden schwerwiegende Vorwürfe gegen eine Jugendeinrichtung in der Wutzkyallee in Berlin-Neukölln. Medienberichten zufolge sollen dort über Wochen mutmaßliche Vergewaltigungen nicht zur Anzeige gebracht worden sein, weil Verantwortliche aus dem linken Spektrum eine angebliche Stigmatisierung der muslimischen Tatverdächtigen vermeiden wollten. Eine Mitarbeiterin des Jugendamts soll entsprechende Hinweise sogar intern verschwiegen haben.
Günther-Wünsch hatte im Berliner Abgeordnetenhaus erklärt, Nagel sei “Gegenstand von Ermittlungen”. Nach einem Bericht des *Berliner Morgenpost* liegt der Anwältin von Sarah Nagel nun jedoch eine Auskunft der Staatsanwaltschaft vor, der zufolge kein entsprechendes Verfahren bekannt ist. Die Gründe für diesen Sinneswandel sind unklar.
Trotz dieser neuen Informationen bleibt der politische Druck hoch. Die betroffene Einrichtung ist seit Bekanntwerden der Vorfälle geschlossen, eine zuständige Mitarbeiterin des Jugendamts wurde beurlaubt. Der Bezirk räumte schwere fachliche Fehler ein. Demnach soll Stadträtin Nagel selbst erst Anfang März von den Vorfällen erfahren haben, obwohl das Jugendamt bereits Ende Januar informiert worden war. Die Linken-Politikerin befindet sich nach eigenen Angaben ab Juni im Mutterschutz. Wie der *Tagesspiegel* berichtet, gilt es als unwahrscheinlich, dass ihre Fraktion das Amt bis zur Neuwahl neu besetzen wird.
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