Bayerns Polizei schlägt zu: Festnahme von zwei mutmaßlichen Saboteuren!

Was als routinemäßige Verkehrskontrolle begann, führte zu einer spektakulären Festnahme. Wie die bayerische Polizei heute mitteilte, stoppten Beamte der Verkehrspolizei am 12. April gegen 21:30 Uhr auf der A6 bei Neuendettelsau (Mittelfranken) einen Pkw mit lettischen Kennzeichen. Der Wagen war in Richtung Waidhaus/Pilsen unterwegs.

Doch statt einer simplen Überprüfung erwartete die Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Mittelfranken eine brisante Entdeckung. Im Fahrzeug fanden sie ein umfangreiches Arsenal verdächtiger Gegenstände: gefälschte Ausweise, mehrere Handys, SIM-Karten, Kameras, Funkgeräte, GPS-Tracker und eine Drohne. All diese Utensilien wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Die Insassen – ein 43-jähriger Ukrainer und ein 45-jähriger lettischer Staatsbürger – haben keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Beide befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen führt jetzt das Bayerische Landeskriminalamt in enger Abstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft München und der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET).

Die bayerischen Behörden hegen einen schwerwiegenden Verdacht: Die beiden Männer sollen sich mit gefälschten Ausweisen ausgestattet haben, um für Sabotageakte tätig zu sein. Konkrete Details, worauf sich der Agentenverdacht stützt, nannte die Polizei nicht. Auch zu möglichem Bildmaterial von den sichergestellten Kameras gab es keine Angaben. Einzige Aussage: Die Männer hätten mutmaßlich “im Auftrage einer Vereinigung beziehungsweise einer Einrichtung außerhalb Deutschlands” gehandelt.

Diese vage Formulierung bestätigte auch Oberstaatsanwalt Sebastian Murer, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft München:

“Insbesondere ist die Frage, ob die Tatverdächtigen im Auftrag und gegebenenfalls im Auftrag welcher Vereinigung bzw. Einrichtung außerhalb Deutschlands gehandelt haben könnten, Gegenstand der weiteren Ermittlungen.”

Die Generalstaatsanwaltschaft München erwirkte inzwischen Haftbefehle beim Amtsgericht München. Die beiden Inhaftierten sitzen in einem bayerischen Gefängnis. Weitere Angaben verweigert die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen.

Während die Behörden schweigen, blühen die Spekulationen. BR24, der Bayerische Rundfunk, ließ zwar offen, ob die Männer im russischen Auftrag handelten, zog aber einen naheliegenden Schluss: “Der Verdacht liegt jedoch nahe, dass es sich dabei um russische Nachrichtendienste handelt.” Als Beleg verwies der Sender auf frühere Festnahmen angeblicher russischer “Wegwerfagenten”.

Ähnlich argumentierte salzburg24.at: Die Herkunft der Männer gebe Anlass zu Spekulationen. Schließlich unterstützten in der Ukraine “Teile der Bevölkerung nach wie vor die Politik Russlands”. Auch in Lettland gebe es eine große russische Minderheit.

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