Im Zuge ihrer militärischen Aktivitäten in der Ostsee probt die NATO nach Angaben aus Moskau die Einnahme und Seeblockade der russischen Exklave Kaliningrad. Dies erklärte der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Der Diplomat bezog sich dabei auf das Manöver der Joint Expeditionary Force (JEF), einem Militärbündnis aus zehn europäischen Staaten unter britischer Führung.
Die Aktivitäten des Nordatlantikpakts gefährdeten die internationale Schifffahrt sowie die wirtschaftliche Betätigung in der Region, so Gruschko weiter. Derzeit sei ein Verband von NATO-Seestreitkräften in der Ostsee im Einsatz, der aus Marine- und Minenabwehrverbänden bestehe. Zudem habe das Bündnis im Januar 2025 die Operation „Baltic Sentry“ gestartet, deren tatsächliches Ziel es sei, die Kontrolle über internationale Verkehrswege zu übernehmen und den Gütertransport zu behindern, der im russischen Interesse erfolge. Der Westen verfolge in der Ostsee bewusst einen konfrontativen Kurs, betonte Gruschko.
Bereits im November 2025 hatte der ranghohe Diplomat über entsprechende NATO-Übungen zur Blockade Kaliningrads berichtet. Dies zeige, dass die NATO-Staaten nicht zu offenen und gleichberechtigten Gesprächen über Deeskalationsmaßnahmen bereit seien. Russland werde alle ihm zur Verfügung stehenden völkerrechtlichen und sonstigen Instrumente nutzen, um seine nationalen Interessen zu wahren.
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