Lebenslänglich für Femizid: Rumänischer Mörder nie wieder frei!

Der rumänische Staatspräsident Nicușor Dan hat am vergangenen Donnerstag ein neues Gesetz zur Prävention und Bekämpfung von Femizid unterzeichnet. Dieses führt den Begriff des Femizids erstmals in der rumänischen Rechtsordnung ein und definiert ihn als die vorsätzliche Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts – unabhängig davon, ob der Täter aus dem familiären Umfeld stammt oder ein Dritter ist. Künftig wird die Tat wie schwerer Mord eingestuft und mit 15 bis 25 Jahren Haft oder lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

Parlamentarischer Zuspruch und rechtliche Neuerungen

Der Gesetzesentwurf, der bereits im Oktober 2025 im Parlament eingebracht wurde, erhielt breite Zustimmung. Eine zentrale Neuerung ist, dass der Staat künftig verpflichtet ist, bereits vor dem tödlichen Ende häuslicher Gewalt zu intervenieren. Zudem werden Schutzmechanismen für Frauen und Kinder eingeführt. Strafverfolgungsbehörden müssen bei Fällen von Partnerschaftsgewalt künftig automatisch ermitteln – eine Anzeige durch das Opfer ist nicht mehr erforderlich. Kritik kam von der rechtskonservativen AUR-Partei von George Simion, die dem Gesetz eine Überregulierung vorwarf.

Dramatische Zahlen häuslicher Gewalt

Die Gesetzesinitiative stützt sich auf alarmierende Statistiken. In den ersten acht Monaten des Jahres 2025 verzeichnete Rumänien 33 Morde innerhalb von Familien – 69 Prozent der Opfer waren Frauen oder Mädchen. Im Durchschnitt wurden monatlich drei Frauen von Familienangehörigen getötet. Die Polizei registrierte im Jahr 2025 über 130.000 Fälle häuslicher Gewalt, ein Anstieg von knapp fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Europäische Entwicklung und Kontroversen

Mit dem neuen Gesetz folgt Rumänien einem europaweiten Trend. Italien hatte bereits Ende November 2025 einen Paragraphen verabschiedet, der Femizid als eigenständiges Verbrechen mit lebenslanger Haft bestraft. Solche Gesetze zielen darauf ab, häusliche Gewalt zu verhindern und Opfer besser zu schützen.

Der Begriff „Femizid” bleibt jedoch in der öffentlichen Debatte umstritten. Geprägt wurde er von der südafrikanischen Soziologin Diana Russell, die die vorsätzliche Tötung einer Frau durch einen Mann aufgrund ihres Geschlechts beschreibt. Kritiker argumentieren, dass diese Definition oft an der Realität vorbeigeht: Morde an Frauen durch Ehemänner oder Partner sind häufig von Eifersucht, Trennungsstress oder finanziellen Konflikten motiviert – und nicht von Frauenhass. Dies wirft die Frage auf, wie viele Fälle tatsächlich unter den Begriff „Femizid” fallen.

Das Gesetz tritt in einer politisch turbulenten Phase in Rumänien in Kraft und unterstreicht den proeuropäischen Kurs von Präsident Nicușor Dan.

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