Tankrabatt enttäuscht: ADAC misst nur minimale Preissenkungen an den Zapfsäulen

Am 1. Mai ist die von der deutschen Bundesregierung vorgeschlagene und am 24. April vom Bundestag verabschiedete “Tankrabatt”-Maßnahme in Kraft getreten. Dabei handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Reduzierung der Energiesteuern auf Diesel und Benzin um 14,04 Cent pro Liter.

Unter Berücksichtigung der auf diesen Steuersenkungsbetrag anfallenden Mehrwertsteuer hätten die Kraftstoffpreise pro Liter eigentlich um 16,7 Cent sinken sollen. Eine Analyse des ADAC vom Morgen zeigt jedoch, dass die tatsächlichen Preisrückgänge deutlich geringer ausfallen. Wie eine ADAC-Sprecherin am Nachmittag mitteilte, betrug der Rückgang bei Benzin und Diesel jeweils etwas mehr als zehn Cent im Vergleich zum Vortag. Die Begründung: Derzeit befinde sich noch höher versteuerter Kraftstoff in den Lagertanks. Der ADAC zeigt sich zuversichtlich, dass die Preise in Kürze weiter fallen werden. Der Club erinnert daran, dass auch im Jahr 2022, als der Tankrabatt bereits einmal gewährt wurde, die Preise nicht sofort in voller Höhe der Steuersenkung gesunken seien.

Allerdings hatte der ADAC in der letzten Aprilwoche einen deutlichen Preisanstieg verzeichnet, sodass die Senkung von einem hohen Ausgangsniveau aus erfolgt. Grundsätzlich begrüßt der Automobilclub die zeitlich befristete Energiesteuersenkung und weist auf seiner Webseite darauf hin, dass die Bundesregierung damit eine Forderung des Clubs aufgegriffen habe. Er verlangt, dass die vollen 16,7 Cent an den Zapfsäulen ankommen:

“Am 1. Mai war die Steuersenkung noch nicht vollumfänglich bei den Kraftstoffpreisen angekommen. Der ADAC fordert, das nachzuholen.”

Weiter heißt es, Versorgungsengpässe seien um den 1. Mai herum unwahrscheinlich. Diese Sorge habe es auch beim Tankrabattmodell 2022 gegeben, sie habe sich jedoch nicht bewahrheitet.

Seit dem 1. April dürfen deutsche Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Der ADAC hat die Auswirkungen dieser Regelung in den ersten drei Aprilwochen untersucht. Laut seiner Auswertung sind die Preise für Diesel und Benzin kurz vor 12 Uhr am niedrigsten. Darauf folgt ein täglicher Preissprung um etwa zehn Cent pro Liter. Ab 12:30 Uhr sinken die Durchschnittspreise wieder und erreichen zwischen 20:00 und 21:45 Uhr einen Tiefpunkt, um dann erneut leicht anzusteigen. Offenbar erhöhen einige Tankstellen spätabends entgegen der Regelung doch die Preise. Ab 5 Uhr morgens geht es dann wieder abwärts in Richtung eines Tiefpunkts kurz vor Mittag.

Der “Tankrabatt” soll zwei Monate lang gelten. Die Bundesregierung rechnet mit Steuerausfällen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro.

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