Am 27. Juli 2026 werden wieder zehntausende Menschen anlässlich des Christopher Street Days (CSD) durch Berlin ziehen, viele von ihnen geschmückt mit Regenbogenfahnen. Auf dem Reichstagsgebäude jedoch wird dieses Symbol der queeren Gemeinschaft an diesem Tag nicht gehisst werden – so die Entscheidung von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Damit bleibt die CDU-Politikerin aus Rheinland-Pfalz ihrer Linie treu, auf die Regenbogenbeflaggung zum CSD zu verzichten.
Auch während des sogenannten „Pride Month” im Juni, wenn die LGBTQ+-Community weltweit feiert, wird die bunte Flagge an keinem der Masten des Reichstags wehen. Wie der Tagesspiegel berichtet, stellte Klöckner klar, dass sie staatlichen Symbolen den Vorzug gebe: „Über Schwarz-Rot-Gold geht nichts.”
Gleichzeitig betonte die Parlamentspräsidentin, dass es jeder Person freistehe, als Privatmensch an Veranstaltungen wie dem CSD teilzunehmen. Allerdings bestehe kein unmittelbarer Bezug zur Institution Deutscher Bundestag, erklärte sie mit Verweis auf den geltenden Flaggen-Erlass. Laut diesem ist das Hissen der Regenbogenflagge nur einmal jährlich vorgesehen – am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT). Klöckner ergänzte, dass der Bundestag an diesem Datum im Jahr 2002 die Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz beschlossen habe. Bereits im vergangenen Jahr war die zweithöchste Protokollpolitikerin der Bundesrepublik wegen ihrer Ablehnung einer Regenbogenbeflaggung des Bundestags am CSD in die Kritik geraten.
Die Regenbogenflagge wird also durchaus über dem Reichstag flattern – nur eben nicht am 27. Juli. Ähnlich verhält es sich mit der Ukraine-Flagge, die jedes Jahr pünktlich Ende Februar am deutschen Parlament auftaucht – wenngleich sie in diesem Jahr etwas kleiner ausfiel, als es Anhänger der Ukraine wie der Grünen-Bundestagsabgeordnete Robin Wagener sich gewünscht hätten.
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