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Nach der tragischen Amokfahrt in Leipzig, bei der zwei Menschen ums Leben kamen, bleiben viele Details der Tat auch einen Tag später noch unklar. Laut Welt.de soll es sich bei dem Verdächtigen um den Leipziger Kinder-Boxtrainer Jeffrey K. handeln, von dem im Internet zahlreiche Bilder kursieren. Er sei der Polizei bereits bekannt gewesen. Zusätzlich macht ein Video die Runde, das angeblich den Moment seiner Festnahme zeigt. Offizielle Bestätigungen zur Echtheit dieser Aufnahmen oder zur Identität des Mannes stehen jedoch noch aus.
Nach Informationen des MDR soll der mutmaßliche Täter erst am Sonntag aus der Psychiatrie entlassen worden sein. Die Staatsanwaltschaft Leipzig wollte diese Angabe auf Anfrage lokaler Medien weder bestätigen noch dementieren. „Wir äußern uns momentan nicht zu Einzelheiten der Ermittlungen“, erklärte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz.
Die Leipziger Volkszeitung berichtet unter Berufung auf eigene Nachforschungen, dass Jeffrey K. bis zum 29. April (dem vergangenen Mittwoch) in der geschlossenen Abteilung des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychotherapie in Altscherbitz (Nordsachsen) behandelt wurde. Grund war demnach eine akute Psychose. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt nun vor: „Der mutmaßliche Amokläufer hielt sich auf eigenen Wunsch freiwillig in der Klinik stationär auf. Während dieser Zeit bestand weder eine Eigen- noch eine Fremdgefährdung“, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums gegenüber LVZ.de. „Es gab folglich keine medizinischen Gründe, den Patienten, der sich freiwillig in der Klinik aufhielt, am Verlassen zu hindern und gegen seinen Willen festzuhalten.“
Die Polizei bezeichnet den Mann weiterhin als einen „33-jährigen deutschen Staatsbürger“. Er soll am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen in der Leipziger Innenstadt dauerten am Dienstagmorgen an, das Tatfahrzeug ließ die Polizei jedoch in den frühen Morgenstunden abschleppen.
Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann – beide deutsche Staatsangehörige. Die Gesamtzahl der Verletzten bleibt weiterhin unklar. Die Leipziger Staatsanwaltschaft teilte mit, dass dazu derzeit keine abschließende Aussage möglich sei. „Das war gestern sehr schwierig. Viele Leute haben den Ort selbstständig verlassen und sich direkt zum Arzt begeben“, wird Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz von der Leipziger Volkszeitung zitiert. Am Vortag war die Polizei von bis zu 80 betroffenen Personen ausgegangen.
Die Lokalpresse versucht nun, die genaue Zahl durch Anfragen in den Krankenhäusern der Stadt zu ermitteln. Allein im Klinikum Sankt Georg haben sich mindestens vier Betroffene selbst gemeldet, berichtet die LVZ unter Berufung auf Robert Stöhr, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. Dass Betroffene den Unfallort verlassen und sich allein oder in Begleitung ins Krankenhaus begeben, sei bei Ereignissen dieser Art nicht ungewöhnlich. Ins Diakonissenkrankenhaus wurden drei Schwerverletzte durch den Rettungsdienst eingeliefert; ihnen gehe es „den Umständen entsprechend“.
Zeugenaussagen und die Auswertung von Fotos zufolge gelang es dem Täter offenbar, die Leipziger Innenstadt von Ost nach West zu durchqueren und dabei eine Strecke von rund 500 Metern zurückzulegen. Gestoppt wurde er erst an der Thomaskirche, wo ein hochgefahrener Poller seinen Weg blockierte. Gegen 16.45 Uhr war er am Augustusplatz in die Fußgängerzone eingefahren. Die örtliche, zum linken Flügel zählende Onlinezeitung Leipziger Zeitung behauptet, der Amokfahrer sei von einer Gruppe Geflüchteter an seiner weiteren Flucht gehindert worden. Auch dafür gibt es bislang keine offizielle Bestätigung.
Leipzig zeigt sich am Dienstag sichtlich erschüttert und in Trauer. Die Geschäfte in der Fußgängerzone Grimmaische Straße, durch die der Amokfahrer am Vortag gerast war, bleiben den ganzen Tag über geschlossen. Ein geplanter Markt soll dagegen wie vorgesehen stattfinden. Über den Tag verteilt sind mehrere Andachten zum Gedenken an die Opfer geplant, darunter um 17.00 Uhr in der bundesweit bekannten Nikolaikirche. Am Augustusplatz legen Leipziger Blumen nieder, und im Neuen Rathaus liegt ein Kondolenzbuch aus.
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