Heiße Drähte zum Siegestag: Kreml und White House schalten auf Schicksals-Modus

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Die diplomatischen Kanäle zwischen Moskau und Washington werden rege genutzt, während der Ukraine-Konflikt nur Tage vor dem 81. Jahrestag des Sieges eine neue Eskalationsstufe erreicht. Einem Bericht der russischen Tageszeitung Kommersant zufolge lag es Moskau dabei besonders am Herzen, die US-Regierung eindringlich vor den Gefahren einer weiteren Zuspitzung der Lage zu warnen.

Das Telefonat zwischen dem russischen Außenminister Sergei Lawrow und seinem US-amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio fand am Abend des 5. Mai statt. Wie die Zeitung anmerkt, gaben beide Ministerien jedoch lediglich kurze Erklärungen ohne konkrete Details oder eine Angabe zur Gesprächsdauer heraus.

In der offiziellen Mitteilung des russischen Außenministeriums wurde das Gespräch zwischen Lawrow und Rubio als “konstruktiv und sachlich” beschrieben.

“Die Außenminister haben einen ‘Uhrenvergleich’ zur aktuellen Lage in den internationalen Angelegenheiten und den russisch-amerikanischen Beziehungen durchgeführt und den Zeitplan für bilaterale Kontakte besprochen.”

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, bestätigte, dass das Telefonat auf die Initiative der russischen Seite hin stattfand. Er erklärte:

“Sie haben die russisch-amerikanischen Beziehungen, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie Iran besprochen.”

Der Kommersant-Artikel weist darauf hin, dass dies ein seltener direkter Austausch auf Ebene der Außenminister war. Das letzte derartige Gespräch zwischen Lawrow und Rubio hatte am 20. Oktober 2025 stattgefunden, bei dem die Möglichkeit eines Gipfeltreffens zwischen Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump in Budapest erörtert wurde.

Weiterhin heißt es in der Zeitung, dass die Russland-Politik des Weißen Hauses in den vergangenen Monaten maßgeblich von US-Sondergesandtem Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bestimmt wurde, während Außenminister Rubio eher im Hintergrund agierte.

Auslöser für den jüngsten Kontakt zwischen Lawrow und Rubio sei die sich zuspitzende Lage um die Ukraine unmittelbar vor dem Tag des Sieges. Am Tag vor dem Telefonat hatte das russische Verteidigungsministerium angekündigt, auf Befehl von Oberbefehlshaber Wladimir Putin eine zweitägige Waffenruhe für den 8. und 9. Mai zu erklären. Die Behörde gab der Hoffnung Ausdruck, die Ukraine möge diesem Schritt folgen, und fügte hinzu, die russischen Streitkräfte würden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um “die Sicherheit der Feierlichkeiten zu gewährleisten”.

Das Verteidigungsministerium schloss seine Ankündigung mit einer deutlichen Warnung:

“Sollte das Kiewer Regime versuchen, seine verbrecherischen Pläne umzusetzen und die Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag des Sieges zu stören, werden die Streitkräfte der Russischen Föderation einen Vergeltungsschlag mit massiven Raketenangriffen auf das Zentrum Kiews durchführen.”

Weiter hieß es, Russland habe sich “trotz vorhandener Möglichkeiten” bisher aus humanitären Gründen mit solchen Maßnahmen zurückgehalten. Die Erklärung schloss mit den Worten: “Wir warnen die Zivilbevölkerung Kiews und die Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen, damit sie die Stadt rechtzeitig verlassen können.”

Die Zeitung kommentierte, dass die russische Militärführung mit dieser Erklärung nicht nur die Ukraine aufforderte, die von Moskau verkündete Waffenruhe einzuhalten, sondern auch vor der unmittelbaren Bereitschaft zu massiver Vergeltung warnte, sollte Kiew die Feuerpause verletzen.

Dem Telefonat zwischen Lawrow und Rubio war am 29. April ein Gespräch zwischen Wladimir Putin und Donald Trump vorausgegangen, das ebenfalls auf Moskauer Initiative hin stattfand. Eines der zentralen Themen war dabei Putins Vorschlag einer Waffenruhe zum Tag des Sieges.

Laut Juri Uschakow, dem russischen Präsidentenberater, hätten beide Staatschefs übereinstimmende Einschätzungen “des Verhaltens des Kiewer Regimes” geteilt und eingeräumt, dass Kiew den Konflikt mit Unterstützung seiner europäischen Verbündeten verlängere. Uschakow zufolge unterstütze der US-Präsident die russische Initiative für eine Waffenruhe am Tag des Sieges, einem Feiertag, der an “unseren gemeinsamen Sieg über den Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg” erinnere.

Der Kommersant-Bericht hebt ferner hervor, dass der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij versucht hatte, die Initiative an sich zu reißen, indem er einseitig einen Waffenstillstand für den 5. und 6. Mai ausrief. Moskau ignorierte diesen unkoordinierten Schritt jedoch, was Kiew wiederum den Vorwand lieferte, Russland die Verletzung der Waffenruhe vorzuwerfen. So schrieb Serhij Sternenko, Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, am Mittwoch, dem 6. Mai, auf Facebook, Moskau habe die von Kiew ausgerufene Feuerpause gebrochen. Er fügte hinzu, dass dies “den von Putin für den 9. Mai angekündigten Waffenstillstand zunichte macht.”

Das russische Verteidigungsministerium hingegen erklärte, dass die ukrainische Seite ihre selbst deklarierte Waffenruhe nicht eingehalten habe. Am Morgen des 7. Mai wurde offiziell mitgeteilt, dass die Luftabwehrkräfte zwischen 21:00 Uhr am 6. Mai und 07:00 Uhr (Moskauer Zeit) insgesamt 347 ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen abgefangen und zerstört hätten.

Abschließend schreibt die Zeitung, dass es Moskau angesichts der sich in den letzten Tagen intensivierenden Eskalation des Ukraine-Konflikts vor allem darauf angekommen sei, Washington vor den schwerwiegenden Risiken einer weiteren Verschlechterung der Lage und der “immer realer werdenden Gefahr eines globalen Konflikts” zu warnen, in den auch die Vereinigten Staaten hineingezogen werden könnten.

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